EU-Verantwortliche über Flüchtlingscamp auf Lesbos »Es ist nicht ideal, aber deutlich besser als anfangs gedacht«

Auf Lesbos steht Europas größtes Flüchtlingscamp unter Wasser. Bis zum Sommer soll ein neues menschenwürdiges Lager entstehen. Hier erklärt die Leiterin der Taskforce, warum es neben einer Müllhalde liegen könnte.
Provisorisches Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos: Immer noch keine warmen Duschen

Provisorisches Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos: Immer noch keine warmen Duschen

Foto: MANOLIS LAGOUTARIS / AFP

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Vor knapp drei Monaten brannte ein Feuer Europas größtes Flüchtlingsheim nieder. Vom Camp Moria auf Lesbos, oft als »Schande« beschrieben, ist nur Asche geblieben.

7500 Flüchtlinge leben nun in einem provisorischen Zeltlager an der Küste der Insel. Bis heute gibt es auf dem ehemaligen Schießstand kein fließendes Wasser, der Strom fällt immer wieder aus. Nachts pfeift der Wind durch die Zelte, wenn es regnet, so wie in den letzten Tagen, steht das Camp unter Wasser.

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Beate Gminder leitet die neue EU-Taskforce Migrationsmanagement, in der internationale Organisationen, griechische Behörden und EU-Beamte zusammenarbeiten. Die Taskforce ist ein Pilotprojekt.

Erstmals koordiniert die EU offiziell die Unterbringung von Flüchtlingen auf einer griechischen Insel. Das Versprechen der Kommission: Es darf kein neues Moria geben. Und das neu zu errichtende Camp werde europäischen Standards genügen.

SPIEGEL: Frau Gminder, Sie sollen als Leiterin einer EU-Taskforce so schnell wie möglich ein neues Flüchtlingscamp auf Lesbos errichten. Vor zwei Monaten haben Sie ihre Arbeit aufgenommen – und es gibt so gut wie keinen Fortschritt. Woran liegt das?

Gminder: Es waren viele juristische Fragen zu klären. Jetzt steht die Vereinbarung zwischen der EU und den Partnern. Bis zum Ende des Sommers soll ein neues Camp fertig sein, das alle Anforderungen der EU erfüllt. Aber das ist natürlich eine sehr große Herausforderung, nicht nur logistisch.

SPIEGEL: Warum?

Gminder: Es ist nicht einfach, mit den Leuten auf der Insel Kompromisse zu finden. Ich versuche, den Groll der Menschen auf Lesbos zu verstehen. Inzwischen ist der ziemlich groß. Über Jahre wurde die Migration dort nur halbherzig gemanagt. Einst half die Bevölkerung den Flüchtlingen, nun steht sie ihnen überwiegend kritisch gegenüber. Schon die Suche nach einem geeigneten Standort ist extrem schwer. Die Bevölkerung will am liebsten kein neues Camp.

SPIEGEL: Laut lokalen Medienberichten haben Sie einen Ort gefunden, er liegt direkt neben einer Müllhalde. Vor ein paar Wochen haben Sie uns noch erzählt, dass dieser Ort aus offensichtlichen Gründen nicht infrage komme.

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