Gerichtsurteil zu Feuer in Flüchtlingslager Zehn Jahre Haft für Brandstifter von Moria

Ein Feuer hatte das Flüchtlingslager Moria im vergangenen Jahr fast völlig zerstört. Ein Gericht hat nun vier junge Migranten zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Verteidigung legte Berufung ein.
Flüchtlingslager Moria heute: Durch den Brand wurden über Nacht rund 12.000 Menschen obdachlos

Flüchtlingslager Moria heute: Durch den Brand wurden über Nacht rund 12.000 Menschen obdachlos

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS / REUTERS

Neun Monate nach dem Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria hat ein Gericht vier junge Afghanen zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Die Migranten wurden für schuldig befunden, das Lager auf der Insel Lesbos vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Verteidiger. Nach dpa-Informationen legten die Beschuldigten umgehend Berufung ein – so eine Meldung des staatlichen griechischen Rundfunks (ERT). Aufgrund der Corona-Hygienevorschriften waren zu dem Prozess auf der Insel Chíos keine Journalisten zugelassen.

Die Anwälte der Beschuldigten prangerten nach AFP-Informationen an, dass ihre Klienten keinen fairen Prozess erhalten hätten. Drei der Angeklagten seien demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht als Minderjährige anerkannt worden, obwohl sie entsprechende Dokumente vorgelegt hätten.

Bei dem Brand war im September 2020 das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos fast vollständig zerstört worden, rund 12.000 Menschen wurden über Nacht obdachlos. Die Polizei ermittelte sechs Jugendliche und Männer aus Afghanistan als Tatverdächtige – sie sollen das Feuer gelegt haben, um ihre Umsiedlung aufs griechische Festland zu erzwingen. Zwei von ihnen wurden im März nach Jugendstrafrecht bereits zu fünf Jahren Haft verurteilt. Auch sie sind in Berufung gegangen.

ime/dpa/AFP
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