Fox News nach der US-Wahl Das letzte Gefecht der Trump-Propagandisten

Sein Haussender Fox News hat sich in der US-Wahlnacht vom Präsidenten abgesetzt – und rutscht in eine Sinnkrise. Was bleibt dem Kanal ohne Trump und dessen 70 Millionen Anhänger?
Aus Phoenix, Arizona, berichtet Marc Pitzke
"Schlecht fürs Geschäft": Aktivist demonstriert gegen Fox News

"Schlecht fürs Geschäft": Aktivist demonstriert gegen Fox News

Foto:

Erik McGregor / imago images

Der Lieblingssender Donald Trumps, bisher für den Vertrieb der präsidialen Realityshow zuständig, wird in diesen Tagen von der Realität überrollt. Seit Jahren hilft Fox News, die Trump-Basis mit seinen Tiraden einzupeitschen. Doch jetzt scheint die Seifenoper abgesetzt, nach nur einer – allerdings sehr langen – Staffel. Was tun?

Die Sinnkrise des erfolgreichsten US-Kabelsenders, der mit Trump fast symbiotisch verbunden ist, offenbarte sich am Freitag im Primetime-Programm in ihrer ganzen Schizophrenie.

Kampf bis zuletzt: Trump-Fans vor dem Wahlzentrum von Phoenix

Kampf bis zuletzt: Trump-Fans vor dem Wahlzentrum von Phoenix

Foto: JIM URQUHART / REUTERS

Erst warf Sean Hannity, inoffizieller Trump-Berater und Herr der quotenstärksten Fox-Show, dem Demokraten Joe Biden Wahlbetrug  vor und behauptete, mysteriöse Software "in bis zu 30 Bundesstaaten" habe Trump-Stimmen in Biden-Stimmen umgewandelt. Flankiert wurde er vom üblichen Demagogen-Trio, den Abgeordneten Jim Jordan und Matt Gaetz sowie dem Radiotalker Mark Levin: "Ich gehöre dem neuen Widerstand an – Gott bewahre, wenn unser Präsident nicht gewinnt."

Unmittelbar danach schlug die Fox-Moderatorin Laura Ingraham einen hörbar anderen Ton an. "Wenn es keinen Weg gibt zu einer zweiten Amtszeit", versicherte die Trump-Vasallin, "dann bedeutet das nicht das Ende der America-First-Bewegung." Es klang wie ein Trost für die Zuschauer, die sie, trotz vieler Seitenhiebe gegen den "müden" Joe Biden, behutsam auf die Niederlage einstimmte: "Akzeptiert die Resultate der Wahl."

Fox News steckt in einer prekären Lage. Bis zuletzt versuchte der Sender, Trumps politische Illusion zu bewahren. Lügen, bestärken, mobilisieren: Die altbewährten Methoden sollen auch diesmal den Weg ebnen für eine Anfechtung der Wahl – und könnten auch nach einer endgültigen Niederlage noch dazu dienen, Bidens Regierung zu delegitimieren und zu destabilisieren.

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