Frankreichs Innenminister Attentat in Paris war "eindeutig islamistischer Terrorakt"

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat den Angriff nahe der früheren "Charlie Hebdo"-Redaktion als "islamistischen Terrorakt" bezeichnet. Er sprach von "einer neuen blutigen Attacke" auf das Land.
Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin

Foto: POOL / REUTERS

Bei dem Messerangriff in Paris mit zwei Verletzten handelt es sich nach Angaben des französischen Innenministers Gérald Darmanin um einen islamistischen Anschlag. Die Attacke vor dem früheren Sitz der Satirezeitung "Charlie Hebdo" sei "eindeutig ein islamistischer Terrorakt", sagte Darmanin im Fernsehsender France 2. Darmanin nannte den Angriff "eine neue blutige Attacke auf unser Land".

Übereinstimmenden Berichten zufolge wurden inzwischen fünf weitere Männer in Gewahrsam genommen. Sie wurden bei der Durchsuchung einer mutmaßlichen Unterkunft des 18-jährigen Hauptverdächtigen in Pantin im Département Seine-Saint-Denis festgenommen.

In Paris waren gegen Freitagmittag in der Nähe des früheren Büros der Satirezeitung "Charlie Hebdo" zwei Menschen mit einer axtartigen Stichwaffe verletzt worden. Die Antiterror-Staatsanwaltschaft hatte bereits zuvor die Ermittlungen übernommen. Es geht um den Verdacht des versuchten Mordes in Zusammenhang mit einer terroristischen Tat.

Mutmaßlicher Täter tauchte nicht in Terrorkartei auf

Ersten Erkenntnissen zufolge war der mutmaßliche Täter jedoch nicht in den sogenannten Fichier S gelistet. Darin werden in Frankreich radikalisierte Gefährder und mit dem Dschihad sympathisierende Franzosen geführt.

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Paris im Alarmzustand

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Bei den Opfern soll es sich um zwei junge Mitarbeiter der Presseagentur Premières Lignes handeln, die im selben Haus wie einst "Charlie Hebdo" ihren Sitz hat. Die beiden Mitarbeiter waren am späten Vormittag für eine Zigarettenpause auf die Straße gegangen, kurz danach erfolgte der Angriff. Mittlerweile soll keine akute Lebensgefahr mehr für die beiden Opfer bestehen. 

Der Vorfall ereignete sich, während in Paris der Terrorismusprozess um den Anschlag auf "Charlie Hebdo" fortgesetzt wurde. Bei der mehrtägigen Anschlagserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden. Die Anschläge hatten nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo" getroffen, sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren.

Mitgefühl und Solidarität aus Europa

Politikerinnen und Politiker in Frankreich und im übrigen Europa hatten entsetzt auf die neuerliche Attacke reagiert. Am Freitagnachmittag besuchte Frankreichs Premierminister Jean Castex den Tatort, ebenso Innenminister Darmanin und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Castex sagte, der Staat werde unermüdlich "gegen den Terrorismus kämpfen".

EU-Ratschef Charles Michel brachte ebenfalls sein Mitgefühl zum Ausdruck. Alle meine Gedanken sind bei den Opfern dieser feigen Gewalttat", schrieb Michel auf Twitter. Seine Solidarität gehe an das französische Volk. "Der Terror hat auf europäischem Boden keinen Platz."

fek/AFP/dpa
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