Saint-Étienne in Frankreich Bürgermeister soll Rivalen mit Sexvideo erpresst haben

Der Bürgermeister von Saint-Etienne soll versucht haben, einen Konkurrenten im Rathaus mithilfe eines Sextapes politisch kaltzustellen. Nun ermittelt die Justiz gegen den Politiker.
Gaël Perdriau: Der Bürgermeister von Saint-Etienne ist wegen Erpressungsvorwürfen in Polizeigewahrsam

Gaël Perdriau: Der Bürgermeister von Saint-Etienne ist wegen Erpressungsvorwürfen in Polizeigewahrsam

Foto: Romain Lafabregue / AFP

In der französischen Großstadt Saint-Etienne ist die Justiz um die Aufklärung eines mutmaßlichen politischen Skandals bemüht. Bürgermeister Gaël Perdriau steht unter Verdacht, einen politischen Rivalen mit einem Sexvideo erpresst zu haben. Wegen des Vorwurfs der Erpressung eines städtischen Beigeordneten ist er nun in Polizeigewahrsam genommen worden.

Die Polizei hat zudem vier weitere Personen aus dem Umfeld des Kommunalpolitikers festgenommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Lyon der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Die Justiz hat Ermittlungen wegen Verletzung der Intimsphäre, schwerer Erpressung und Missbrauchs öffentlicher Gelder eingeleitet.

»Niederträchtige Methoden«

Bei den Ermittlungen geht es um ein 2014 heimlich aufgenommenes Video, das den ehemaligen ersten Beigeordneten in einem Pariser Hotelzimmer mit einem anderen Mann zeigen soll. Dem Beigeordneten, den der Bürgermeister angeblich politisch kaltstellen wollte, soll absichtlich eine Falle gestellt worden sein. Das investigative Nachrichtenportal »Mediapart« hatte die Affäre öffentlich gemacht. Der Bürgermeister wies sämtliche Anschuldigungen über seine Anwälte zunächst von sich.

Die konservative Partei Les Républicains, deren Vizevorsitzender der Bürgermeister von Saint-Étienne bis Ende vergangenen Jahres war, kündigte am Dienstag ein Ausschlussverfahren an. »Die Republikaner können die niederträchtigen Methoden, die der Bürgermeister von Saint-Étienne einem politischen Rivalen gegenüber verwendet hat, nur verurteilen«, hieß es in einer Mitteilung. Die Methoden seien eines Mandatsträgers der Republik unwürdig.

asc/dpa
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