Prozess um Scheinbeschäftigung Frankreichs Ex-Premier Fillon zu Freiheitsstrafe verurteilt

Der frühere Premierminister Frankreichs ist im Prozess um Veruntreuung und Scheinbeschäftigung schuldig gesprochen worden. Fillon hatte seine Frau Penelope als Mitarbeiterin angestellt - sie wurde ebenfalls verurteilt.
François Fillon im Februar

François Fillon im Februar

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STEPHANE DE SAKUTIN/ AFP

Ein französisches Gericht hat den früheren Premierminister François Fillon wegen Veruntreuung staatlicher Gelder und Scheinbeschäftigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die französische Zeitung "Le Monde" übereinstimmend. Fillon soll zwei Jahre in Haft, drei weitere Jahre sind zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er eine Strafe in Höhe von 375.000 Euro zahlen. Für zehn Jahre darf Fillon, der wegen der Vorwürfe 2017 aus dem Präsidentschaftswahlkampf ausstieg, nicht für ein politisches Amt kandidieren.

Fillon, Regierungschef unter Präsident Nicolas Sarkozy von 2007 bis 2012, hatte jahrelang seine Frau Penelope als Mitarbeiterin angestellt. Sie war als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger Marc Joulard in der Nationalversammlung tätig. Dabei handelte es sich nach Auffassung des Gerichts um eine Scheinbeschäftigung. Joulard wurde nun ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Anklage hatte im März eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Jahre auf Bewährung für Fillon gefordert, dem folgte nun das Gericht. Auch Penelope Fillon wurde schuldig gesprochen, ihre dreijährige Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Sie muss wie ihr Mann 375.000 Euro Strafe zahlen.

Den als Favorit gehandelte Konservative Fillon hatten die Vorwürfe im Präsidentschaftswahlkampf 2017 schwer belastet. Er galt damals als großer Favorit für den Posten des künftigen französischen Staatschefs. Medien hatten Penelopes jahrelange Anstellung kurz vor der Präsidentschaftswahl enthüllt. Fillon kämpfte schließlich um sein politisches Überleben - und stürzte in den Umfragen ab. Die Wahl gewann sein Rivale Emmanuel Macron. Fillon warf seinen Kritikern "Verleumdung" vor und bestritt die Anschuldigungen bis zuletzt.

mes/Reuters/AP/dpa
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