»Ich werde Premierminister« Französischer Linkspopulist Mélenchon tritt nicht bei Parlamentswahl an

Er will Regierungschef werden, doch für das Parlament tritt der linkspopulistische Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon nicht mehr an. In seinem Wahlkreis soll jemand aus seinem direkten Umfeld kandidieren.
Jean-Luc Melenchon

Jean-Luc Melenchon

Foto: Christophe Petit Tesson / EPA

Der linkspopulistische Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon möchte nicht wieder bei der französischen Parlamentswahl antreten. Er halte aber an seinem Ziel fest, Regierungschef zu werden, sagte er am Donnerstagabend in Marseille. »Wir werden gewinnen, und ich werde Premierminister«, sagte er. »In allen Ländern Europas wird der Premierminister gewählt, nur wir wählen einen Monarchen«, sagte er in Anspielung auf das französische System, in dem der direkt gewählte Präsident den Premierminister ernennt.

In seinem bisherigen Wahlkreis in Marseille werde sein Wahlkampfleiter Manuel Bompard antreten, sagte Mélenchon. Der 36-jährige promovierte Mathematiker und EU-Abgeordnete hatte zuletzt das Wahlbündnis von Mélenchons Partei mit den Sozialisten und den Grünen NUPES ausgehandelt. Mélenchon war in der Präsidentschaftswahl mit 22 Prozent in der ersten Runde auf den dritten Platz gekommen.

Laut ersten Umfragen kommt das Wahlbündnis NUPES bei den Wahlen zur Nationalversammlung am 12. und 19. Juni auf 28 Prozent der Stimmen. Nach dem Mehrheitswahlrecht könnten sich daraus 105 bis 168 von 577 Sitze ergeben, weit von einer Mehrheit entfernt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dessen erstes Mandat am Freitag um Mitternacht offiziell endet, will in Kürze einen neuen Premierminister ernennen, höchstwahrscheinlich aber eine Premierministerin. Es wäre erst das zweite Mal überhaupt, dass Frankreich eine weibliche Regierungsspitze hätte.

til/AFP