Präsidentschaftswahl 2022 in Frankreich Le Pen will mit Deutschland brechen

Die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland steuert nach Auffassung der Rechtspopulistin Marine Le Pen auf eine »Scheidung« zu. Für den Fall eines Wahlsiegs verspricht sie eine Annäherung an Großbritannien.
Marine Le Pen: 2022 könnte es zur Stichwahl zwischen ihr und Präsident Emmanuel Macron kommen

Marine Le Pen: 2022 könnte es zur Stichwahl zwischen ihr und Präsident Emmanuel Macron kommen

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VALENTINE CHAPUIS / AFP

Die Zusammenarbeit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die europäische Politik in den vergangenen Jahren erheblich geprägt. Künftig könnte damit jedoch Schluss sein. Denn im kommenden Jahr wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin.

Aussichten auf den Sieg rechnet sich dabei auch die Rechtspopulistin Marine Le Pen aus. In einem Gastbeitrag für die Zeitung »L'Opinion« hat sie nun die deutsch-französische Bindung scharf kritisiert.

Die enge Partnerschaft mit Berlin habe Frankreich auf außenpolitischer und militärischer Ebene »nichts« gebracht außer »Desillusionen, Verrat und im Stich gelassen zu werden«, schrieb sie in dem Beitrag vom Mittwoch anlässlich des französischen Nationalfeiertags zum Gedenken an den Sturm auf die Bastille 1789.

Le Pen will engere Zusammenarbeit mit Großbritannien

Das deutsch-französische Paar steuere auf eine »Scheidung« zu, schrieb Le Pen weiter. Deutschland sei einseitig auf seine führende Stellung in Zentraleuropa konzentriert. »Frankreich muss sich deshalb ab 2022 anderen Horizonten zuwenden«, forderte sie.

Le Pen plädierte für eine engere Zusammenarbeit mit der Atommacht Großbritannien, mit der Frankreich »einen ähnlichen diplomatischen und nuklearen Rang teilt«. Mit den Briten und anderen Verbündeten in der Welt wolle sie vorrangig den Kampf gegen den Islamismus vorantreiben.

Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich beginnen am 10. April des kommenden Jahres. Meinungsforscher sagen in der Stichwahl zwei Wochen später ein erneutes Duell zwischen Präsident Macron und Le Pen voraus. 2017 hatte Macron die Stichwahl klar für sich entschieden.

Zuletzt musste Le Pen eine Schlappe bei den Regionalwahlen einstecken. Ihre Partei war mit dem Vorhaben gescheitert, eine Region des Landes als Machtbastion zu gewinnen. Dennoch gibt sich die Rechtspopulistin kämpferisch. Mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr sagte sie am Sonntag vor Hunderten Anhängern im südfranzösischen Perpignan: »Wir werden den Sieg anstreben.«

asc/AFP
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