Gespräch zwischen Macron und Modi Frankreich und Indien vereinbaren Zusammenarbeit im Indopazifik

Auf den U-Boot-Deal zwischen Australien, den USA und Großbritannien reagiert Frankreichs Präsident Macron erzürnt. Nun geht er einen Schritt auf einen anderen mächtigen Akteur im Indopazifik zu.
Frankreichs Präsident Macron: »Strategische Autonomie Indiens stärken«

Frankreichs Präsident Macron: »Strategische Autonomie Indiens stärken«

Foto: LUDOVIC MARIN / POOL / EPA

Frankreich fühlt sich von seinen Verbündeten Australien und USA im Streit über U-Boot-Lieferungen brüskiert. Um ihre Position im Indopazifik zu stärken, geht die Regierung von Präsident Emmanuel Macron nun auf Indien zu. Beide Länder haben eine Zusammenarbeit im Indopazifik vereinbart. Man wolle dort »gemeinsam handeln«, hieß es in einer vom Élysée veröffentlichten Erklärung.

Macron und der indische Regierungschef Narendra Modi hätten sich in einem Telefonat darauf verständigt. Frankreich wolle dazu beitragen, »die strategische Autonomie Indiens zu stärken«.

Dies umfasse auch eine industrielle und technologische Zusammenarbeit. Ziel sei die »Stärkung der regionalen Stabilität«, heißt es in der Erklärung. Dabei solle jede Hegemonie ausgeschlossen werden.

Frankreich hatte höchst verärgert auf die Ankündigung des Verteidigungspakts Aukus zwischen den USA, Großbritannien und Australien in der vergangenen Woche reagiert. Weil Australien zudem ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen ließ, hatte die Pariser Regierung unter anderem ihre Botschafter aus Canberra und Washington zu Beratungen zurückgerufen.

EU-Außenminister sichern Frankreich Solidarität zu

Die Außenminister der anderen 26 EU-Staaten sicherten Paris dabei ihre »Solidarität« zu, wie der Außenbeauftragte Josep Borrell am Rande der Uno-Vollversammlung in New York sagte. Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) nannte den Konflikt einen »Weckruf« und plädierte für eine eigenständigere Außen- und Sicherheitspolitik der EU.

Borrell betonte, der Pariser Unmut über das indopazifische Bündnis zwischen den USA, Großbritannien und Australien sei keine »bilaterale Angelegenheit«, sondern betreffe die gesamte EU. Er bedauerte, dass die neue Allianz »nicht in Richtung einer stärkeren Zusammenarbeit« mit den Europäern in der Region führen werde.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte den von den USA und Großbritannien eingefädelten Deal scharf und zeigte sich solidarisch mit Frankreich. »Ich kann den Ärger unserer französischen Freunde gut verstehen«, sagte er vor dem Beginn der Uno-Generalversammlung in New York.

asa/AFP
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