Gedenkstätte beschmiert Frankreich will türkische "Graue Wölfe" verbieten

Der Konflikt zwischen Frankreich und der Türkei geht weiter: Nachdem in Lyon eine Gedenkstätte für Opfer des Genozids an den Armeniern beschmiert wurde, will Frankreich die rechtsextreme Organisation "Graue Wölfe" verbieten.
Das Denkmal für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern wurde offenbar von Mitgliedern der "Grauen Wölfe" beschmiert

Das Denkmal für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern wurde offenbar von Mitgliedern der "Grauen Wölfe" beschmiert

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JEFF PACHOUD / AFP

Die rechtsextreme türkische Organisation "Graue Wölfe" soll in Frankreich verboten werden. Dies kündigte Innenminister Gérald Darmanin vor einem Parlamentsausschuss in Paris an. Die Gruppe sei "besonders aggressiv, um es vorsichtig auszudrücken", sagte Darmanin, wie der Fernsehsender France Info berichtet . Der Antrag werde am Mittwoch dem Ministerrat vorgelegt, sagte Darmanin demnach.

Hintergrund ist ein Vorfall in Décines-Charpieu in der Nähe von Lyon, wo eine Gedenkstätte für die Opfer des Genozids an den Armeniern im Osmanischen Reich mit protürkischen Parolen beschmiert worden war. Neben "RTE", den Initialen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, stand auch "Graue Wölfe" an dem Gebäude.

Die Gedenkstätte der Opfer des Völkermordes an den Armeniern wurde beschmiert

Die Gedenkstätte der Opfer des Völkermordes an den Armeniern wurde beschmiert

Foto: JEFF PACHOUD / AFP

Ab 1915 starben im Osmanischen Reich bis zu 1,5 Millionen Armenier. 2016 erklärte der deutsche Bundestag den Massenmord zum Völkermord. Frankreich hatte die Massaker an den Armeniern bereits 2001 als erstes großes europäisches Land offiziell als Genozid eingestuft. Die Türkei lehnt die Einstufung als Völkermord ab. Der systematische Genozid gilt als einer der ersten des 20. Jahrhunderts.

Spannungen zwischen Armeniern und Türken

Vor dem Hintergrund des Konflikts in der Südkaukasusregion Berg-Karabach war es in Frankreich zuletzt zu massiven Spannungen zwischen Armeniern und Türken gekommen. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt das Nachbarland Aserbaidschan.

Die Entscheidung zum Verbot der "Grauen Wölfe" fällt zudem inmitten massiver Spannungen zwischen Frankreich und der Türkei wegen umstrittener Mohammed-Karikaturen.

Konflikt zwischen Erdoğan und Macron

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Karikaturen als Meinungsfreiheit verteidigt, nachdem der Geschichtslehrer Samuel Paty Mitte Oktober bei Paris getötet worden war. Paty hatte mit seinen Schülern das Thema Meinungsfreiheit im Unterricht behandelt und dabei Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Nach dem Vorfall kündigte Macron strengere Kontrollen von Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen an. Erdoğan hatte daraufhin zu einem Boykott französischer Produkte aufgerufen. Der türkische Präsident riet Macron, seinen "Geisteszustand untersuchen" zu lassen. Frankreich berief als Reaktion auf Erdoğans Verbalattacke seinen Botschafter aus Ankara zu Konsultationen nach Paris.

In der Türkei haben die "Grauen Wölfe" enge Verbindungen zur ultrarechten Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) und gelten als ihr paramilitärischer Arm.

hba/AFP