Coronakrise Frankreich will Rentenreform erneut vertagen

Die umstrittene Rentenreform in Frankreich wird verschoben. Die Beratungen sollen "in den kommenden Monaten" wieder aufgenommen werden. Anfang des Jahres hatten Zehntausende gegen die Reform protestiert.
Der neue Premierminister Jean Castex: Die Sicherung der Arbeitsplätze habe während der Coronakrise Vorrang

Der neue Premierminister Jean Castex: Die Sicherung der Arbeitsplätze habe während der Coronakrise Vorrang

Foto: Michael Baucher/ imago images/PanoramiC

Die neue französische Regierung schiebt zwei Reformen weiter auf: Die Rentenreform und die bereits beschlossene Neuordnung der Arbeitslosenversicherung. Das kündigte der neue Premierminister Jean Castex nach einem ersten Treffen mit den Sozialpartnern an. Vorrang habe nun die Sicherung der Arbeitsplätze, sagte er mit Blick auf die Coronakrise.

Die Reformen gehören zu den Hauptzielen der Präsidentschaft von Emmanuel Macron. Ihre Umsetzung hat sich aber verzögert. Erst demonstrierten die "Gelbwesten", dann folgten Massenproteste und Streiks gegen die Rentenreform und zuletzt die Corona-Pandemie.

Härtere Auflagen für Arbeitslose werden verschoben

Nach Castex' Worten will die Regierung die Beratungen über die Rentenreform "in den kommenden Monaten" wieder aufnehmen. Von Arbeitgeberseite hieß es, dies sei frühestens zum Jahresende geplant. Präsident Macron will die mehr als 40 verschiedenen Rentensysteme vereinheitlichen und das Milliardendefizit der Rentenkassen abbauen.

Die härteren Auflagen für Arbeitslose, die nach der Coronakrise zum September in Kraft treten sollten, werden dem Premier zufolge erneut "verschoben". Die Gewerkschaften fordern, die Reform zu kassieren, die teilweise bereits seit November gilt. Sie führen an, dass die Arbeitslosigkeit wegen der Corona-Beschränkungen bis zum kommenden Jahr auf mehr als elf Prozent steigen soll.

höh/AFP
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