Reaktionen auf Friedensnobelpreis »Ales Beljazki ist der Stolz der Belarussen«

Die belarussische Oppositionschefin Tichanowskaja jubelt über die Verleihung des Friedensnobelpreises an Ales Beljazki. Außenministerin Baerbock gratuliert. Ein Selenskyj-Berater kritisiert jedoch die Entscheidung.
Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja: »Eine wichtige Anerkennung für alle Belarussen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen«

Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja: »Eine wichtige Anerkennung für alle Belarussen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen«

Foto: Michal Dyjuk / dpa

Die belarussische Opposition freut sich über die Verleihung des Friedensnobelpreises an Ales Beljazki. Der renommierteste Friedenspreis der Erde ging in diesem Jahr an den inhaftierten belarussischen Menschenrechtsanwalt sowie die russische Organisation Memorial und das ukrainische Center for Civil Liberties.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja gratulierte Beljazki zu der Auszeichnung und nannte sie auf Twitter »eine wichtige Anerkennung für alle Belarussen, die für Freiheit und Demokratie kämpfen«. Auf Telegram schieb Tichanowskaja: »Das sind großartige Neuigkeiten! Ales Beljazki ist der Stolz der Belarussen. Nun ist das auf der ganzen Welt bekannt«, schrieb Tichanowskaja am Freitag in ihrem Telegram-Kanal. Dazu veröffentlichte sie ein Foto, das die beiden gemeinsam zeigt.

Die Frau des belarussischen Preisträgers, Natalja Pintschuk, sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie sei »überwältigt von ihren Gefühlen« und »dankbar«.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock gratulierte allen Siegern ebenfalls auf Twitter. »Ich verneige mich vor dem Mut von Ales #Bialiatski , #Memorial  und dem #CentreForCivilLiberties «, schrieb sie. »Dieser Friedensnobelpreis ehrt all jene, die mit enormem Mut und unter hohem Risiko für ihre Rechte und ihre Freiheit kämpfen. Gegen das Unrecht des vermeintlich Stärkeren«, schrieb Baerbock weiter.

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Auch der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner würdigte die drei Preisträger. Sie engagierten sich gegen die Unterdrückung und das Vorgehen gegen friedliche zivilgesellschaftliche Kräfte.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würdigte ebenfalls den Mut der diesjährigen Friedensnobelpreisträger. »Das Nobelpreiskomitee hat den außerordentlichen Mut dieser Männer und Frauen anerkannt, die gegen die Alleinherrschaft aufstehen«, schrieb von der Leyen bei Twitter. »Sie verdeutlichen die wahre Macht der Zivilgesellschaft im Kampf für die Demokratie«, betonte die Deutsche am Rande des informellen EU-Gipfels in Prag.

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Olexandra Matviychuk, Leiterin des ukrainischen Center for Civil Liberties, bedankte sich auf Facebook für den Preis: »Ich freue mich, dass das Center for Civil Liberties, das ich leite, heute gemeinsam mit unseren Freunden und Partnern von Memorial den Nobelpreis erhalten hat.« Zuvor seien die Stimmen von Menschenrechtsverteidigern in der Region nicht gehört worden. »Vielleicht hat man uns im Uno-Menschenrechtsausschuss angehört, aber ganz sicher nicht in den Hallen, in denen Machthaber ihre Entscheidungen treffen.«

Zugleich rief sie dazu auf, eine neue internationale Sicherheitsordnung zu schaffen. Alle Staaten und deren Bürger müssten feste Sicherheitsgarantien erhalten. »Russland muss aus dem Uno-Sicherheitsrat für systematische Verstöße gegen das Uno-Statut ausgeschlossen werden«, forderte die 38-Jährige. Zudem solle ein Kriegsverbrechertribunal geschaffen werden, das den russischen Präsidenten Wladimir Putin, aber auch dessen belarussischen Kollegen Alexander Lukaschenko strafrechtlich zur Verantwortung ziehe.

Mychajlo Podoljak, ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, kritisierte die Entscheidung hingegen. Das Nobelkomitee habe ein interessantes Verständnis des Wortes »Frieden«, wenn »Vertreter von zwei Ländern, die ein drittes angegriffen haben, den Preis zusammen mit diesem erhalten«, schrieb er auf Twitter. Weder russische noch belarussische Organisationen seien in der Lage gewesen, Widerstand gegen den Krieg zu organisieren. Die diesjährige Verleihung sei »großartig«, fügte er sarkastisch hinzu.

Auch die ukrainische Aktivistin Walerija Woschtschewska übte Kritik. »Warum haben die westlichen Länder das Bedürfnis, uns Ukrainer immer wieder mit Belarussen und Russen in einen Topf zu werfen?«, fragte sie auf Twitter.

mfh/asa/dpa/AFP
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