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Merz über Angriff auf Iran »Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle«

Der Bundeskanzler findet am Rande des G7-Gipfel deutliche Worte für den israelischen Angriff auf Iran. Israel spricht er »größten Respekt« für das Vorgehen gegen das Regime in Teheran aus und zeigt sich dankbar.
Friedrich Merz auf dem G7-Gipfel in Kanada

Friedrich Merz auf dem G7-Gipfel in Kanada

Foto: Michael Kappeler / picture alliance

Bundeskanzler Friedrich Merz  (CDU) hat Israel für dessen Angriff auf Iran gelobt und sieht darin auch einen Dienst für die westlichen Verbündeten. Merz sagte im Interview mit dem ZDF  am Rande des G7-Gipfels  im kanadischen Kananaskis, dass er dankbar für das israelische Vorgehen gegen Iran sei. »Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle«, so der Bundeskanzler. Auch Deutschland sei von dem Regime in Teheran betroffen. Es habe Tod und Zerstörung über die Welt gebracht, »mit Anschlägen, mit Mord und Totschlag, mit Hisbollah, mit Hamas

Der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel »wäre ohne das Regime in Teheran niemals möglich gewesen«, führte Merz aus. Des Weiteren verwies er auf Drohnenlieferungen aus Iran für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

»Ich kann nur sagen, größten Respekt davor, dass die israelische Armee, die israelische Staatsführung den Mut dazu gehabt hat, das zu machen«, sagte Merz weiter.

Debatte über Eingreifen der USA

In einem weiteren Interview am Rande des G7-Gipfels, dieses Mal mit dem Sender Welt TV , äußerte sich Merz über ein militärisches Eingreifen der USA im Krieg zwischen Israel und Iran. »Wir haben darüber gesprochen, aber es gibt offensichtlich noch keine Entscheidung der amerikanischen Regierung«, so der Bundeskanzler. Es hänge nun auch sehr davon ab, wie weit das Regime in Teheran bereit sei, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. »Wenn nicht, könnte es eine solche weitere Entwicklung geben. Aber das müssen wir abwarten. Die Entscheidungen werden wohl in naher Zukunft getroffen.«

Der Bundeskanzler bezeichnete das iranische Regime als »sehr geschwächt«. Es werde wahrscheinlich nicht mehr zu alter Stärke zurückkehren, sagte Merz. Die israelische Armee habe in den vergangenen Tagen gezeigt, was sie könne und »sehr erfolgreich« die Anlagen des iranischen Atomprogramms zerstört. Noch werde es weiterhin »in diesem Umfang die Finanzierung und die Unterstützung des weltweiten Terrors aus diesem Land« geben.

Die Zukunft Irans sei ungewiss, sagte der Kanzler – und zeigte Offenheit für Gespräche. »Wir haben von uns aus, von den Europäern aus, angeboten, jede diplomatische Hilfe zu geben. Wenn es zum Beispiel zu einem Wiederaufleben der diplomatischen Gespräche kommen würde, wären wir bereit, uns daran zu beteiligen«, sagte Merz.

Angriffe seit Freitag

In der Nacht zu Freitag hatte Israel einen groß angelegten Luftangriff auf Iran gestartet, die Operation »Rising Lion«. Ziel waren offenbar rund hundert Militäreinrichtungen und Atomanlagen sowie Anführer der iranischen Militärelite und Atomwissenschaftler. Iran wertet den Angriff als Kriegserklärung.

DER SPIEGEL

Den nun fünften Tag in Folge setzt das israelische Militär seine Angriffe auf Ziele in Iran fort. Iran führte derweil erneut Gegenschläge aus. Auf beiden Seiten gibt es Verletzte und Tote. Am Montag meldete das iranische Gesundheitsministerium, dass seit dem Beginn der Angriffe in Iran mindestens 224 Menschen getötet worden seien. Die meisten davon seien Zivilisten. Israelische Behörden erklärten am Montag, dass die Gesamtzahl der Toten durch iranische Angriffe auf Israel seit Freitag auf 27 gestiegen sei. Aktuellere Zahlen liegen derzeit nicht vor.

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naw