Nach Besuch von Nancy Pelosi G7-Außenminister fordern China zu friedlicher Lösung im Taiwanstreit auf

Auf die Visite der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan reagiert China mit heftigen Drohungen. Die G7-Außenminister kritisieren Pekings Verhalten – und warnen vor einer weiteren Destabilisierung in der Region.
Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen

Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen

Foto: TAIWAN PRESIDENTIAL PALACE HANDOUT / EPA

Die Außenminister der großen sieben westlichen Industrienationen (G7) haben China am Mittwoch dazu aufgefordert, die Spannungen rund um die Taiwanstraße beizulegen. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die auf der Website des Auswärtigen Amts veröffentlicht worden ist.

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses hatte auf ihrer Asienreise auch den Inselstaat Taiwan besucht, dessen Souveränität China nicht anerkennt. Die ranghöchste Besucherin aus den USA seit einem Vierteljahrhundert ist inzwischen wieder abgereist. China hatte auf den Besuch der US-Politikerin aggressiv reagiert: Bis Sonntag will China Manöver mit Schießübungen rund um die Insel abhalten. Dazu wurden sechs Sperrgebiete ausgewiesen.

Taipeh: 27 chinesische Kampfflugzeuge in Luftraum eingedrungen

Taipehs Angaben zufolge sind 27 chinesische Kampfflugzeuge heute in die taiwanische Luftverteidigungszone geflogen. Dies teilte das Verteidigungsministerium Taiwans auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Bereits am Dienstag waren während Pelosis Besuchs mehr als 20 chinesische Militärflugzeuge in die Luftverteidigungszone Taiwans geflogen, wie Beamte in Taipeh mitteilten. China erklärte daraufhin, dass die Militärübungen, die bis zu 20 Kilometer an die Küste Taiwans heranreichen, zum Schutz von Chinas Souveränität »notwendig und legitim« seien.

In der Erklärung kommentierten die G7-Minister Chinas Reaktionen kritisch: »Es gibt keinen Grund, einen Besuch als Vorwand für aggressive militärische Aktivitäten in der Taiwanstraße zu benutzen. Es ist normal und routinemäßig, dass Gesetzgeber aus unseren Ländern international reisen«. Sie fügten hinzu, dass Chinas Reaktion dazu führen könne, die Region zu destabilisieren.

Deutschland führt in der Siebenergruppe derzeit den Vorsitz, zu ihr gehören auch Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Kanada und Japan.

muk/Reuters/AFP
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