»Mount Recyclemore« Künstler baut berühmtes US-Denkmal aus Elektroschrott nach

Vor dem G7-Gipfel in der englischen Grafschaft Cornwall erregt eine imposante Skulptur Aufsehen. Sie hat ein weltberühmtes Vorbild – und eine ernste Botschaft.
Nachbau aus Müll: Die Konterfeis von Boris Johnson, Yoshihide Suga, Emmanuel Macron, Mario Draghi, Justin Trudeau, Angela Merkel und Joe Biden (v.l.) nahe dem G7-Tagungsort St. Ives

Nachbau aus Müll: Die Konterfeis von Boris Johnson, Yoshihide Suga, Emmanuel Macron, Mario Draghi, Justin Trudeau, Angela Merkel und Joe Biden (v.l.) nahe dem G7-Tagungsort St. Ives

Foto: Adam Gasson / dpa

Das Kunstwerk ist beeindruckend und erschreckend zugleich: Aus Tausenden Teilen Elektromüll hat ein Künstler nahe dem Ort St. Ives im Südosten Englands eine überlebensgroße Skulptur geschaffen. Sie zeigt die Regierungschefs der G-7-Staaten Großbritannien, Japan, USA, Italien, Frankreich, Deutschland und Kanada.

Das Gebilde, das sich am monumentalen US-Präsidentendenkmal »Mount Rushmore« orientiert und »Mount Recyclemore« getauft wurde, soll laut der BBC auf den Schaden durch das mangelhafte Recycling von Elektronikartikeln hinweisen.

Laut dem Künstler Joe Rush soll das Werk den Regierungschefs eine Mahnung sein. »Wir haben es so aufgestellt, dass es in ihre Richtung schaut und ihr Bewusstsein dafür weckt, dass sie alle zusammen im Müllgeschäft drinstecken«, sagte Rush dem Sender. Elektrogeräte müssten besser reparierbar oder haltbarer werden, weil sie ansonsten massenhaft auf Mülldeponien landeten.

Viel Gesprächsbedarf für die G7-Chefs

Die Skulptur wurde demnach von einem Unternehmen in Auftrag gegeben, das Elektroschrott recycelt. Sie steht auf einer Anhöhe gegenüber des Carbis Bay Hotels, in dem die Regierungschefs von Freitag bis Sonntag zusammenkommen.

Die Themen des Gipfels sind vielfältig. Die EU, die bei dem Gipfel als Institution ebenfalls vertreten ist, kündigte an, 250 Millionen Euro im Kampf gegen Hunger nach der Coronapandemie mobilisieren zu wollen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nannte als weitere Topthemen für das Treffen den Klimaschutz – sie warb für einen Schulterschluss mit den USA für ambitionierte Klimaziele sowie eine gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit.

Die Finanzminister der G7-Staaten hatten sich vor dem Gipfel ihrer Regierungschefs zuletzt bereits auf eine Mindeststeuer für Großkonzerne in Höhe von mindestens 15 Prozent und eine neue Digitalsteuer verständigt. Beides zielt vor allem darauf, multinationale Konzerne und Techriesen wie Amazon, Google und Apple zu höheren Steuerzahlungen zu zwingen.

fek
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