Kältewelle in Iran Regierung schließt Ämter und Universitäten wegen Gasmangels

In der Hauptstadt Teheran bleiben fast alle Ämter und Bildungseinrichtungen geschlossen, ebenso in anderen Provinzen. So will Iran Energie sparen. Die Bevölkerung reagiert zornig.
Warm angezogen: Eine Iranerin am Handy in Teheran

Warm angezogen: Eine Iranerin am Handy in Teheran

Foto: Morteza Nikoubazl / NurPhoto via Getty Images

Inmitten einer Kältewelle in Iran hat die Regierung auch in der Hauptstadt Teheran fast alle Ämter sowie Bildungseinrichtungen geschlossen. Am Samstag waren alle Ministerien, Behörden, Schulen und Universitäten zu, um Energie zu sparen, wie das Gouverneursamt über das Staatsfernsehen erklärte. Geöffnet blieben nur Banken und Notfalldienste, auch in anderen Provinzen wurden wegen der Gaskrise Einrichtungen und Behörden geschlossen.

Durch die Kältewelle stieg der Gasverbrauch zuletzt laut Ölministerium im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent. Um die »kritische Lage« zu überbrücken, rief das Ministerium zum Energiesparen auf.

Die Maßnahmen führten zu heftiger Kritik in der Bevölkerung, in der es seit Monaten vehemente Proteste gegen die Staatsführung gibt. Viele fragten empört, wie ein Land, das über die weltweit zweitgrößten Gasreserven verfügt, nicht mit einer Kältewelle fertig werden könne. Es gehe daher nicht um Gasknappheit, sondern um schlechtes Management im Ölministerium, so die Kritiker.

Der Iran hat zwar große Öl- und Gasreserven, aber die Infrastruktur der Anlagen ist veraltet. Wegen der internationalen Sanktionen hat die Regierung von Präsident Ebrahim Raisi weder das Geld noch ausländische Partner, um die Anlagen auszubauen und zu erneuern.

ele/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten