Telefonat mit Erdogan Merkel versucht Vermittlung im Streit um Erdgasbohrungen

Die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland wegen der Gasvorkommen im Mittelmeer nehmen zu. Kanzlerin Merkel telefonierte deshalb mit Recep Tayyip Erdogan - und mit seinem Kontrahenten.
Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" (hier auf dem Bosporus in Istanbul)

Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" (hier auf dem Bosporus in Istanbul)

Foto: Yoruk Isik / REUTERS

Die Türkei und Griechenland streiten weiter um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Um zu vermitteln, telefonierte Kanzlerin Angela Merkel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Ein Regierungssprecher bestätigte die Gespräche auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Erdogan habe betont, dass er den Streit mit Dialog und auf Basis des internationalen Rechts lösen wolle.

Seit Anfang der Woche ist das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" südlich von Rhodos und der kleinen griechischen Insel Kastelorizo unterwegs, um nach Erdgas im Mittelmeer zu suchen. Türkische Kriegsschiffe beschützen es. Kastelorizo ist nur rund zwei Kilometer vom türkischen Festland entfernt, gehört aber wie Rhodos zu Griechenland.

Nach Berichten über eine Kollision zwischen einem türkischen und einem griechischen Schiff hatte Erdogan vor einer Eskalation gewarnt. "Wir sagen, dass ihr einen hohen Preis zahlen werdet, solltet ihr unser 'Oruc Reis' angreifen. Und sie haben heute die erste Antwort erhalten", sagte Erdogan in einer Rede in Ankara.

In der griechischen Presse kursierten seit dem Morgen verschiedene Gerüchte über einen Vorfall. Einigen Berichten zufolge hatte es eine seitliche Kollision zwischen einer griechischen und einer türkischen Fregatte gegeben. Andere berichteten, eine griechische Fregatte habe eines der Begleitschiffe des türkischen Forschungsschiffes "Oruc Reis" seitlich touchiert. Aus Athen wurden die Gerüchte zunächst weder bestätigt noch dementiert.

Nach Berichten des griechischen Staatsfernsehens fanden am Donnerstag umfangreiche Manöver griechischer und französischer Kriegsschiffe südlich von Kreta statt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor angekündigt, die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer zu verstärken. Frankreich hat wie die EU die Türkei aufgefordert, Bohrungen nach Öl und Gas in umstrittenen Gewässern zu stoppen.

Die Außenminister der EU-Staaten werden am Freitag in einer außerplanmäßigen Videokonferenz unter anderem über das Thema beraten.

kfr/dpa/Reuters
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