Unter Vermittlung Katars Hamas und Israel beschließen neue Waffenruhe am Gazastreifen

Über Wochen eskalierte die Gewalt zwischen Hamas und Israel immer wieder. Doch nun haben sich beide Seiten geeinigt, die Lage zu beruhigen. Israel warnt die Hamas, sie solle sich an die Abmachungen halten.
Hamas-Polizist im Gazastreifen

Hamas-Polizist im Gazastreifen

Foto: Mohammed Talatene / dpa

Die im Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas und Israel haben eine neue Waffenruhe verkündet. Unter Vermittlung Katars habe man sich entschieden, die wochenlangen Eskalationen zu beenden, hieß es am Montagabend von der Hamas und Israel. Aus Verhandlungskreisen verlautete laut Nachrichtenagentur AFP, dass die Hamas ein Ende ihrer Angriffe zugesagt habe und Israel alle Gegenmaßnahmen beenden wolle.

Nach palästinensischen Medienberichten war der katarische Unterhändler Mohammed al-Emadi zuletzt zwischen dem Gazastreifen und Israel hin- und hergependelt, um eine neue Waffenruhe auszuhandeln. Auch ägyptische Vermittler waren demnach beteiligt.

Im Rahmen des Abkommens würde die Hamas den Einsatz von Brandballons und Israel die Luftangriffe beenden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf einen den Verhandlung nahe stehenden palästinensischen Beamten.

Israel warnt Hamas

Die israelische Behörde Cogat bestätigte, dass nach Sicherheitsberatungen unter der Leitung von Verteidigungsminister Benny Gantz der wichtigste Güterübergang des Gazastreifens wieder geöffnet und den Fischern die Rückkehr zur Arbeit erlaubt würde. In einer Cogat-Erklärung hieß es aber, dass die Entscheidungen "vorbehaltlich der Fortsetzung der Ruhe und der Sicherheitsstabilität" getroffen würden. Israel warnte davor, man werde "entsprechend handeln", sollte sich die Hamas nicht an die Abmachung halten.

In der Mitteilung des Büros des Gaza-Chefs der islamistischen Hamas, Jihiha al-Sinwar, hieß es, als Teil der Bemühungen um eine Beruhigung sollten eine Reihe von Projekten verkündet werden. Diese sollten die Lage der Palästinenser im Gazastreifen verbessern und die Folgen der Coronakrise lindern.

Nach Beginn der Corona-Pandemie hatten militante Palästinenser ihre Angriffe auf Israel zunächst weitgehend unterlassen. Nach Monaten der Ruhe kam es zuletzt jedoch wieder gehäuft zu neuen Attacken sowohl mit Brand- und Sprengstoffballons als auch mit Raketen aus dem Palästinensergebiet. Israels Armee reagierte mit Angriffen auf Hamasziele.

Israel hatte zuletzt neue Beschränkungen verhängt und etwa die Einfuhr von Treibstoff in das Küstengebiet gestoppt sowie die Fischereizone vor dem Gazastreifen gesperrt.

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

ptz/dpa/AFP/Reuters/AP
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