Angriff im Gazastreifen Israel tötet Befehlshaber von Extremistengruppe

Israels Armee hat Ziele im Gazastreifen attackiert. Dabei kamen mindestens acht Menschen ums Leben. Darunter war nach palästinensischen Angaben auch ein Anführer des Islamischen Dschihad.
Feuerwehrmann an zerstörtem Gebäude in Gaza-Stadt

Feuerwehrmann an zerstörtem Gebäude in Gaza-Stadt

Foto: Mohammed Saber / EPA

Der Islamische Dschihad hat nach Angriffen Israels auf den Gazastreifen Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Die Extremistengruppe berichtete, bei den Attacken des israelischen Militärs sei ein hochrangiger Befehlshaber der palästinensischen Extremistengruppe getötet worden. Demnach handle es sich um Tayseer al-Jabari.

Mindestens acht Menschen seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, darunter ein fünfjähriges Kind, berichtete das Gesundheitsministerium in Gaza. Zudem seien 44 weitere Personen getötet worden. Das israelische Militär (IDF) bestätigte den Angriff.

2019 hatte Israel bereits Dschihad-Militärchef Baha Abu al-Ata gezielt getötet. Darauf folgten damals massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mithilfe von Unterhändlern Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden.

Am Montag hatte Israel Bassam al-Saadi festgenommen, ein hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihad. Bei seiner Festnahme im Westjordanland kam ein 17-jähriges Mitglied der Gruppe ums Leben. Der militärische Arm der Organisation, Saraja al-Kuds, drohte daraufhin mit Angriffen. Der Islamische Dschihad ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbunden und schießt aus dem Gazastreifen regelmäßig Raketen auf Israel ab.

Israel verschärfte Maßnahmen gegen Gazastreifen

Israel hat seit der Festnahme von Bassam al-Saadi alle Übergänge zum Gazastreifen – die Hochburg der Organisation – und einige umgebende Straßen gesperrt. Zur Begründung hieß es, es würden Racheakte befürchtet.

Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Einwohner unter sehr schlechten Bedingungen. Israel begann 2007 die Blockade des Gebietes, als die radikalislamische und von der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas dort die Macht übernahm. Von den neuen Maßnahmen sind nun auch Palästinenser betroffen, die in Israel arbeiten.

Auch Treibstofftanker, die das einzige Kraftwerk in dem Palästinensergebiet versorgen, sind laut der Nachrichtenagentur Reuters abgeschnitten. Die Behörden warnten, dass das Kraftwerk abgeschaltet werden müsse, sollten die Übergänge nicht wieder geöffnet werden. Die Menschen im Gazastreifen erhalten gegenwärtig zehn Stunden Strom am Tag.

als/Reuters/dpa
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