Geheimdienstbericht Putin wollte US-Wahl zugunsten von Trump beeinflussen

Ein freigegebener Bericht des US-Geheimdienstkoordinators kommt zu dem Schluss, dass die russische Regierung Einfluss auf die US-Wahl nehmen wollte – offenbar auch mithilfe von Personen aus Trumps Umfeld.
Gesprächspartner Donald Trump, Wladimir Putin im Juli 2018 in Helsinki

Gesprächspartner Donald Trump, Wladimir Putin im Juli 2018 in Helsinki

Foto: LEONHARD FOEGER / REUTERS

Russland hat sich bei der US-Wahl 2020 nach Ansicht der US-Geheimdienste für den damaligen Präsidenten Donald Trump eingesetzt und sich bemüht, dessen Herausforderer Joe Biden zu schaden und Unfrieden im Land zu säen. Präsident Wladimir Putin und seine Regierung hätten die versuchte Einflussnahme »genehmigt und durchgeführt«, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht aus dem Büro von Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines. Zunächst hatte die »New York Times« darüber berichtet.

Russland habe sich bei seiner Kampagne auf seinen Geheimdienst, staatliche Medien, Internet-Trolle und Verbündete in der Ukraine gestützt, hieß es.

Eine der wichtigsten Strategien Moskaus sei es gewesen, Biden und seiner Familie im Zusammenhang mit der Ukraine Korruption vorzuwerfen. Russlands Agenten hätten dafür auch gezielt Amerikaner angesprochen, die Verbindungen zu Trumps Regierung hatten, um die Einleitung von Untersuchungen gegen Biden zu fordern. Es habe auch Versuche gegeben, Beamte der Trump-Regierung und Medien zu manipulieren, hieß es weiter. Laut der »New York Times« legt der Bericht nahe, dass auch Trumps ehemaliger Anwalt Rudolph Giuliani von Russland beeinflusst worden sei.

Russland habe sich 2020 auf Desinformation konzentriert, sich aber im Gegensatz zur Wahl 2016 nicht darum bemüht, die Wahlinfrastruktur in den USA direkt zu untergraben, hieß es.

Moskau wollte »die öffentliche Wahrnehmung der Kandidaten in den USA beeinflussen« und das langfristige Ziel verfolgen, »das Vertrauen in das US-Wahlsystem zu untergraben und die gesellschaftliche Spaltung der Menschen in Amerika zu verstärken«, hieß es. Russland habe einen Wahlsieg Bidens als »nachteilig für russische Interessen« betrachtet. China hingegen habe nicht versucht, die Wahl zu beeinflussen.

Dem Bericht zufolge soll sich auch Iran bemüht haben, Einfluss auf den Wahlkampf zu nehmen. Teheran sei es darum gegangen, die Chancen für eine Wiederwahl Trumps zu verringern und die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft zu verstärken, hieß es. Auch Iran habe dabei nicht direkt die Wahlinfrastruktur angegriffen.

Ein Begleitbericht der Ministerien für Justiz und Innere Sicherheit wies die Anschuldigungen Trumps und seiner Verbündeten zurück, dass es aus dem Ausland organisierten Wahlbetrug zu seinen Ungunsten gegeben habe.

svs/dpa
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