Islamistischer Hintergrund US-Ermittler vereiteln Anschlagsplan auf Ex-Präsident Bush

Sogar der Wohnsitz des ehemaligen Präsidenten soll ausspioniert worden sein: In den USA haben die Behörden einen geplanten Angriff auf George W. Bush verhindert. Drahtzieher war offenbar ein Iraker.
George W. Bush (Archivbild)

George W. Bush (Archivbild)

Foto: Ringo Chiu / dpa

Ermittler in den USA haben US-Medien zufolge einen Attentatsplan gegen den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush vereitelt. Ein 52 Jahre alter Mann aus dem Irak, der unter anderem im Bundesstaat Ohio lebte, sei am Dienstagmorgen festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit. Der Mann ist US-Medien zufolge Anhänger der Terrormiliz »Islamischer Staat«.

Er soll geplant haben, weitere irakische Staatsangehörige in die USA zu schmuggeln, um den ehemaligen Präsidenten zu ermorden. Im Winter soll der Verdächtige in die Metropole Dallas gereist sein, um dort Bushs Wohnsitz auszuspionieren, so das Ministerium.

Der 52-Jährige soll seinen Plan damit begründet haben, dass Bush »für die Tötung vieler Iraker und die Zerstörung des gesamten Irak verantwortlich« sei, zitierte CNN aus Gerichtsdokumenten.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wenige Monate nach Bushs Amtsantritt hatten die USA einen »Krieg gegen den Terror« begonnen. Dem Einmarsch in Afghanistan folgte 2003 der Krieg im Irak. Bush blieb Präsident bis 2009. Der Irakkrieg war eine der prägenden Entwicklungen seiner Amtszeiten.

Begründet wurde der vermeintliche Präventivschlag damals damit, einen angeblichen Angriff des Irak auf die USA mit Massenvernichtungswaffen verhindern zu wollen. Im Zuge des Krieges wurde Diktator Saddam Hussein gestürzt. Massenvernichtungswaffen wurden nicht gefunden. Stattdessen fiel das Land während der Besatzung in bürgerkriegsähnliche Zustände. Hunderttausende Menschen wurden getötet. Der Konflikt trieb zudem zahlreiche Menschen in die Flucht. Bis heute wird die US-Invasion scharf kritisiert.

Versprecher zum Irak sorgt für Gelächter

Auch den republikanischen Politiker selbst scheint das Thema nach fast 20 Jahren nicht loszulassen. Darauf deutet zumindest ein Versprecher in einer Rede hin. Er hatte bei einem Auftritt in Dallas scharfe Kritik an der russischen Politik geübt. »Russische Wahlen sind manipuliert. Politische Gegner werden inhaftiert oder anderweitig aus dem Wahlprozess ausgeschlossen«, sagte er.

»Das Ergebnis ist das Fehlen von Kontrollen und Gegengewichten in Russland und die Entscheidung eines einzigen Mannes, eine völlig ungerechtfertigte und brutale Invasion des Irak zu starten«, sagte Bush.

Sein Versprecher fiel ihm selbst sofort auf. Bush schüttelte den Kopf und korrigierte: »Ich meine die Ukraine.« Der 75-Jährige verwies scherzhaft auf sein Alter. Seine Zuhörer reagierten mit Gelächter.

jok/dpa