Senats-Stichwahlen in Georgia Demokraten und Republikaner liegen fast gleichauf

Erst lagen die Demokraten vorn, dann wieder die Republikaner. Bei den wichtigen Wahlen um die Senatorenposten im US-Bundesstaat Georgia zeichnet sich ein enges Ergebnis ab.
Im Fulton County werden wieder Stimmzettel ausgewertet: Bis zum finalen Ergebnis könnte es noch dauern

Im Fulton County werden wieder Stimmzettel ausgewertet: Bis zum finalen Ergebnis könnte es noch dauern

Foto: Ben Gray / AP

Bei den wichtigen Senats-Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an. Nach Auszählung von mehr als drei Viertel der Stimmen lagen die Kontrahenten laut US-Medien am Dienstagabend (Ortszeit) in beiden Rennen jeweils nahezu gleichauf. Zuletzt lagen die republikanischen Amtsinhaber David Perdue und Kelly Loeffler leicht vorn.

Die US-Fernsehsender wollten wegen des nur knappen Vorsprungs bislang jedoch keine Sieger ausrufen. Nach Angaben von Behördenvertretern kann es mehrere Tage dauern, bis die endgültigen Ergebnisse feststehen.

Nach Prognosen der »New York Times«  dürfte sich in den kommenden Stunden jedoch ein Vorsprung für die Demokraten abzeichnen. Grund sind demnach die zahlreichen noch nicht ausgewerteten Stimmen aus der Region um die Großstadt Atlanta, die überwiegend demokratisch ausfallen dürften.

Der oberste Wahlaufseher, Brad Raffensperger, erwartet mehr Klarheit über den Ausgang der Stichwahlen am Mittwochmittag. »Es ist sehr eng«, sagte Raffensperger dem Nachrichtensender CNN. »Hoffentlich haben wir bis zum Mittag eine bessere Vorstellung davon, wo wir uns befinden.« Die Auszählung werde im Laufe der US-Nacht voraussichtlich pausieren, sagte Raffensperger.

Der Staatssekretär wies darauf hin, dass neben Tausenden noch nicht ausgezählten Stimmen aus verschiedenen Bezirken noch um die 17.000 Stimmzettel unter anderem von Militärangehörigen im Ausland erwartet würden, die angesichts des knappen Rennens wichtig werden könnten. Die Frist für den Eingang dieser Briefwahlunterlagen laufe am Freitag um 17.00 Uhr ab.

Wahl für künftigen Präsidenten Biden enorm wichtig

Die Demokraten Jon Ossoff und Raphael Warnock fordern Perdue und Loeffler heraus. Die Stichwahlen in dem südlichen Bundesstaat entscheiden über die künftigen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat – und darüber, auf wie viel Spielraum der künftige US-Präsident Joe Biden in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit hoffen kann.

Denn vom Wahlausgang in Georgia hängt ab, ob Bidens Demokraten doch noch die Kontrolle über den Senat erringen können. Den Republikanern vom scheidenden US-Präsidenten Donald Trump reicht auch nur ein weiterer Sitz, um die Mehrheit in der Parlamentskammer knapp zu behalten. Gewinnen die Demokraten Ossoff und Warnock beide Posten, käme es zum Patt im Senat – die ausschlaggebende Stimme läge dann bei der neuen demokratischen Vizepräsidentin Kamala Harris.

Der Senat bestätigt unter anderem Kandidaten des Präsidenten für Regierungsposten und kann Gesetzesvorhaben blockieren.

Am 3. November hatte parallel zur Präsidentschaftswahl auch etwa ein Drittel der Senatssitze zur Abstimmung gestanden. In Georgia erreichte im ersten Durchgang jedoch keiner der Senatskandidaten die nötige absolute Mehrheit. Das machte die Stichwahlen nötig.

fek/asc/dpa/AFP