Kurz vor anstehendem Getreideexport Ukrainischer Getreide-Tycoon stirbt bei russischem Angriff

Der Agrarunternehmer Oleksij Wadaturskyj und seine Frau sollen beim Beschuss ihres Wohnhauses in Mykolajiw gestorben sein. Der ukrainische Präsidentenberater spricht von vorsätzlicher Tötung.
Oleksij Wadaturskyj: Vor dem Krieg exportierte sein Unternehmen Getreide in 70 Staaten

Oleksij Wadaturskyj: Vor dem Krieg exportierte sein Unternehmen Getreide in 70 Staaten

Foto: nibulon.com / Oleksij Vadaturskyj

Bei den russischen Angriffen auf die südukrainische Stadt Mykolajiw ist einer der wichtigsten Getreidehändler der Ukraine getötet worden. Oleksij Wadaturskyj, Eigentümer des ukrainischen Unternehmens für Getreidelogistik Nibulon, kam nach Angaben ukrainischer Behörden zusammen mit seiner Ehefrau Raissa in seinem Wohnhaus ums Leben. Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak erhob im Messengerdienst Telegram den Vorwurf  einer »vorsätzlichen Tötung«. Sie solle dazu dienen, die Ukraine zu demoralisieren.

Wadaturskyj sei nicht zufällig getötet worden, schrieb Podoljak. Das Geschoss habe das Schlafzimmer des Wohnhauses der Familie getroffen, es gebe keine Zweifel: »Wadaturskyj war das Ziel.« Podoljak würdigte den 74-jährigen Verstorbenen als einen der wichtigsten Agrarunternehmer des Landes, »Schlüsselfigur der Region« und zentralen Arbeitgeber.

Selenskyj nennt Wadaturskyjs Tod einen »großen Verlust«

Der Millionär Wadaturskyj galt in der Ukraine als Nationalheld und lag an 24. Stelle in der Rangliste der reichsten Ukrainer des Magazins »Forbes «. Vor dem russischen Angriffskrieg exportierte sein Unternehmen Getreide in 70 Staaten. Präsident Wolodymyr Selenskyj beschrieb seinen Tod als großen Verlust.

Die Nachricht vom Tod Wadaturskyjs verbreitete sich zudem nur einen Tag bevor die Ukraine ihren Getreideexport über das Schwarze Meer wieder aufnehmen könnte. Die Türkei hatte vermeldet, am Montag solle ein erstes Frachtschiff mit Getreide auslaufen. Am 22. Juli hatten die Kriegsgegner Ukraine und Russland mit den Vereinten Nationen (Uno) und der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen.

Die südliche Regionalhauptstadt Mykolajiw wird seit Wochen fast täglich von russischen Truppen angegriffen. Am Sonntagmorgen sei die Stadt »massiv« und »wahrscheinlich so stark wie nie« unter Beschuss genommen worden, erklärte Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch bei Telegram. Demnach wurde eine Reihe von Wohngebäuden beschädigt. Angaben zu Verletzten oder Toten machte der Bürgermeister zunächst nicht. Bei einem Angriff auf eine Bushaltestelle in Mykolajiw am Freitag waren sieben Menschen ums Leben gekommen.

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liv/afp

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