Gipfel in Südafrika Brics-Staaten wollen weitere Länder aufnehmen – aber wo war Xi?
Brasiliens Präsident Lula da Silva, Chinas Staatschef Xi, Südafrikas Präsident Ramaphosa, Indiens Premier Modi und Russlands Außenminister Lawrow beim Gruppenfoto in Johannesburg
Foto: Russian Foreign Ministry Press Service / Sputnik / IMAGODazu sei bei dem Treffen hochrangiger Vertreter der Staaten ein Dokument verabschiedet worden, in dem Richtlinien und Grundsätze sowie Verfahren für die Prüfung von Ländern, die Mitglieder der Brics werden wollen, sagte Pandor. Chinas Staats- und Parteichef Xi sprach sich dafür aus, dass die Gruppe rasch erweitert werden müsse.
Eine offizielle Erklärung wird zum Abschluss des Gipfels am Donnerstag erwartet. Nach Brics-Angaben haben mehr als 40 Länder ihr Interesse an einem Beitritt bekundet – darunter Indonesien, Argentinien, Iran, Venezuela und Algerien.
Brics erwägen eigene Währung für Transaktionen
Die Brics-Staaten diskutierten zudem, ob sie im gegenseitigen Handel auf die Nutzung von US-Dollar verzichten können. Man habe über die Verwendung lokaler Währungen gesprochen, sagte dazu der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach sich für eine gemeinsame Währung aus, diese könne für Handel und Investitionen eingesetzt werden. Damit könnten Zahlungsmöglichkeiten zwischen Brics-Mitgliedern vermehrt und Anfälligkeit verringert werden.
Xis abgesagte Rede sorgt für Verwirrung
Für Verwirrung sorgte am Mittwoch zeitweise ein abgesagter Auftritt Xi Jinpings. Er hätte gemäß dem offiziellen Programm eigentlich eine Rede halten sollen. Stattdessen trat der chinesische Handelsminister Wang Wentao auf und trug die Rede des Präsidenten vor.
Beim späteren Abendessen der Staats- und Regierungschefs nahm Xi dann teil. Auch am Mittwochmorgen wurde Xi Jinping wieder auf dem Gipfel gesehen. Er betrat zu Beginn des zweiten Tages des Treffens das Konferenzzentrum.
Eine Erklärung für Xis Absenz lieferte Peking nicht. Wang Wenbin, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, beharrte bei einer täglichen Pressekonferenz darauf, dass der chinesische Präsident eine Rede gehalten habe. Anschließend gab der Sprecher den Inhalt wieder. Auch chinesische Staatsmedien erweckten zunächst den Eindruck, der Präsident habe persönlich gesprochen.
Einer fehlt
Russlands Präsident Wladimir Putin war als einziger der Staats- und Regierungschefs der fünf Staaten nicht persönlich anwesend, weil der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hat.
Putin kündigte in einer Videobotschaft an, dass Russland seinen Vorsitz 2024 nutzen wolle, um die Bedeutung des Bündnisses auszubauen. Im Oktober 2024 sei ein Gipfel in der Stadt Kasan geplant. Er forderte eine engere Zusammenarbeit in Transportfragen. Putin wurde durch Russlands Außenminister Sergej Lawrow vertreten.