Nach monatelanger Flucht Vizechef der griechischen Neonazi-Partei festgenommen

Seit Oktober 2020 war die Nummer zwei der griechischen rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte untergetaucht, um einer 13-jährigen Freiheitsstrafe zu entgehen. Nun konnten Fahnder Christos Pappas aufspüren.
Christos Pappas 2015 im griechischen Parlament

Christos Pappas 2015 im griechischen Parlament

Foto: ARIS MESSINIS / AFP

Die griechische Polizei hat am Donnerstagabend ein hochrangiges Mitglied der rechtsextremen und rassistischen Partei Goldene Morgenröte festgenommen. Der als Nummer zwei der Partei geltende Christos Pappas war seit Oktober 2020 untergetaucht und wurde nun in einer Wohnung in Athen festgenommen, wie das griechische Staatsfernsehen ERT unter Berufung auf die Polizeidirektion von Athen berichtete.

Laut der Nachrichtenagentur AFP wurde auch eine 52-jährige Frau festgenommen, die Pappas Unterschlupf gewährt haben soll.

Ein griechisches Gericht hatte Pappas und die gesamte Führung der Partei im vergangenen Herbst wegen der Gründung einer kriminellen Vereinigung zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt – vorausgegangen war ein fünf Jahre dauernder Prozess. Er galt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte Griechenlands.

Der Anführer der Partei, Nikos Michaloliakos, wurde wie auch Pappas zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, fünf weitere führende Mitglieder zu Freiheitsstrafen zwischen zehn und 13 Jahren. Ein Parteianhänger wurde zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilt. Er hatte gestanden, 2013 einen linken Rapper erstochen zu haben. Parteimitglieder hatten immer wieder linke Bürger und Migranten attackiert.

Pappas war vor seiner Festnahme geflohen. Er werde sich den Behörden nicht stellen, ließ er damals über seinen Anwalt mitteilen.

Die Goldene Morgenröte saß jahrelang im Parlament in Athen. Während Griechenlands schwerer Finanzkrise war die Partei vorübergehend drittstärkste Kraft geworden. Bei der Wahl 2019 scheiterte sie an der Drei-Prozent-Klausel und ist seitdem nicht mehr im Parlament in Athen vertreten.

aar/dpa/AFP
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