Griechenland Urteil gegen Führung der Goldenen Morgenröte

Fünf Jahre dauerte der Prozess gegen die griechische Neonazi-Partei Goldene Morgenröte: Nun wurde die Führung wegen der Gründung einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen. Vor dem Gericht gab es Applaus für das Urteil.
Nikolaos Michaloliakos: Die Goldene Morgenröte ist wegen ihrer Angriffe auf Migranten und politische Gegner berüchtigt

Nikolaos Michaloliakos: Die Goldene Morgenröte ist wegen ihrer Angriffe auf Migranten und politische Gegner berüchtigt

Foto: Str / dpa

In Athen haben sich Tausende Menschen vor einem Gerichtsgebäude versammelt, um auf die Urteilsverkündung gegen die Führung der griechischen Neonazi-Partei Goldene Morgenröte zu warten. Nun wurde die Führungsspitze der Partei schuldig gesprochen, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Unter den Verurteilten ist auch der Gründer und Anführer der Partei, Nikolaos Michaloliakos.

In dem seit fünf Jahren laufenden Prozess standen neben Parteichef Michaloliakos fast 70 weitere Angeklagte vor Gericht. Den Verurteilten drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis, die Urteilsbegründung und das Strafmaß werden in den nächsten Tagen erwartet.

Auslöser des Verfahrens gegen die rechtsextreme Partei war der Tod eines linken Musikers, der 2013 von einem Anhänger der Goldenen Morgenröte erstochen worden war. Der Täter gestand und wurde am Mittwoch ebenfalls schuldig gesprochen. Auf die Tat hin folgten Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gegen die Parteispitze sowie gegen zahlreiche Funktionäre. Sie sprachen ihrerseits bei dem Prozess stets von einer Verschwörung gegen die politische Rechte.

Jubel vorm Gerichtsgebäude

Vor dem Gerichtsgebäude wurde die Entscheidung der Richter mit Jubelrufen quittiert. Laut Polizeiangaben drängten sich mehr als 8000 Menschen vor dem Gericht. Viele trugen Plakate mit Aufschriften wie "Das Volk will die Nazis im Gefängnis". Hunderte Polizisten waren im Einsatz. Nach der Urteilsverkündung kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas ein.

Proteste vor dem Gericht: Tausende demonstrierten gegen die Partei

Proteste vor dem Gericht: Tausende demonstrierten gegen die Partei

Foto: Socrates Baltagiannis / dpa

Die Goldene Morgenröte, die enge Kontakte zur Neonazi-Szene unterhält, ist wegen ihrer Angriffe auf Migranten und politische Gegner berüchtigt. Die in den Achtzigerjahren gegründete Partei hatte im Zusammenhang mit der schweren Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2010 an Einfluss gewonnen und wurde bei der Parlamentswahl 2015 drittstärkste Kraft. Sei der Wahl im Juli vergangenen Jahres ist sie erstmals seit Jahren nicht mehr im Parlament vertreten.

asc/AFP/dpa
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