Angespannte Lage im östlichen Mittelmeer Griechenland will Wehretat deutlich erhöhen

Nach wiederholten Provokationen der Türkei plant die Regierung in Athen, den Verteidigungshaushalt um etwas mehr als zwei Milliarden Euro zu erhöhen. Besonders für den Kauf neuer Waffen ist mehr Geld vorgesehen.
»Rafale«-Kampfjet (Archivbild)

»Rafale«-Kampfjet (Archivbild)

Foto: ANTHONY JEULAND/ AFP

Für das kommende Jahr will Griechenland seinen Verteidigungsetat um über 60 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro erhöhen. Insbesondere ein Posten für Waffenkäufe soll sich dabei mit nunmehr 2,53 Milliarden Euro etwa verfünfachen. Mit der Verabschiedung des Haushalts wird am späten Dienstagabend nach einer Parlamentsdebatte gerechnet.

Griechischen Medien zufolge gilt der Erfolg der Änderung aufgrund der klaren Mehrheit des konservativen Premiers Kyriakos Mitsotakis im Parlament als sicher. Mitsotakis hatte eine Erhöhung der Rüstungsausgaben aufgrund der angespannten Lage im östlichen Mittelmeer angekündigt.

Dort streitet sich Griechenland mit der Türkei um Erdgasvorkommen in Regionen, die beide Länder jeweils für sich beanspruchen. Bei einem Berlinbesuch im März dieses Jahres hatte Mitsotakis auf die Frage, warum sein Land so viel für Rüstung ausgebe, geantwortet: »Weil die Türkei unser Nachbar ist und nicht Dänemark.«

Athen will 18 Kampfflieger aus Frankreich kaufen

Athen plant unter anderem, 18 französische Kampfflieger des Typs »Rafale« zu kaufen – kommende Woche wird zur Unterzeichnung des Vertrags die französische Verteidigungsministerin Florence Parly in der griechischen Hauptstadt erwartet. Darüber hinaus sollen vier neue Fregatten sowie Munition und anderes Zubehör gekauft werden.

Griechenland hat selbst während der schweren Finanzkrise an hohen Rüstungsausgaben festgehalten. 2019 lag Athen im Vergleich mit anderen Nato-Partnern bei den Ausgaben im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt mit 2,3 Prozent auf Platz drei hinter den USA und Bulgarien.

höh/gec/dpa
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