Großbritannien Johnson gibt sensible Daten zu Videokonferenz per Tweet preis

Der britische Premier postete stolz einen Screenshot der ersten digitalen Kabinettssitzung. Dann fiel auf: Er verwendete eine Software, die in Teilen seiner Regierung als unsicher gilt - und verriet eine Identifikationsnummer.
Boris Johnson in einer Videoschalte von der Downing Street Nr. 11 aus

Boris Johnson in einer Videoschalte von der Downing Street Nr. 11 aus

Foto: Andrew Parsons/ dpa

Nicht nur der relativ laxe Umgang mit der sich zuspitzenden Corona-Pandemie hat dem britischen Premierminister Boris Johnson viel Kritik eingebracht. Nun hat er sich zudem noch eine Sicherheitspanne geleistet: Johnson postete am Dienstag auf Twitter den Screenshot einer Videokonferenz mit seinen Ministern und Beratern. Dabei waren etliche Details wie die Identifikationsnummer der Konferenz und die Anmeldenamen mehrerer Teilnehmer zu sehen.

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"Heute Morgen habe ich die erste digitale Kabinettssitzung geleitet", schrieb Johnson stolz dazu. Der Tweet ist weiterhin abrufbar. Die britische Regierung tagte mit der Videokonferenzsoftware Zoom, auf die auch viele Unternehmen und Privatpersonen zurückgreifen.

Der Regierungschef lebt derzeit in Isolation, da er sich - wie mehrere seiner Berater und Politiker aus seinem Umfeld - mit dem Coronavirus angesteckt hat. Johnson soll nur milde Symptome haben.

Zoom-Konferenzen können per Passwort vor ungewolltem Zugriff geschützt werden. Trotzdem warnen Experten davor, Daten wie die Erkennungsnummer und Anmeldenamen preiszugeben. "Im schlimmsten Fall wird die Identifikationsnummer (ID) der Konferenz wiederverwendet, ist nicht durch ein Passwort geschützt, und ein Mithörer kann sich einklinken", sagte Jonathan Knudsen von der US-Softwarefirma Synopsis.

Ein Regierungssprecher versicherte, die Konferenz sei passwortgeschützt gewesen und die ID werde nicht erneut benutzt. Das britische Verteidigungsministerium hatte die Nutzung der Software nach Angaben von PA allerdings wegen Sicherheitsbedenken kürzlich bis auf Weiteres für seine Mitarbeiter verboten.

vks/dpa

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