Britischer Premier Boris Johnson gerät wegen mutmaßlicher Weihnachtsfeier während Coronalockdown unter Druck

Britische Regierungsbeamte sollen eine Weihnachtsfeier im Amtssitz des Premiers gefeiert haben – mitten im Lockdown 2020. Boris Johnson wies die Vorwürfe zuletzt zurück, doch nun wirft ein Video Fragen auf.
Premier Boris Johnson

Premier Boris Johnson

Foto: ANDY RAIN / EPA

Im Dezember vergangenen Jahres befand sich Großbritannien in einem strengen Coronalockdown. Nun legt ein internes Video nahe, dass trotz der Kontaktbeschränkungen im Amtssitz des britischen Premiers Boris Johnson mutmaßlich eine Weihnachtsfeier stattgefunden hat.

Der Sender ITV hat das Video am Dienstagabend veröffentlicht. Es deutet darauf hin, dass Dutzende Regierungsbeamte am 18. Dezember 2020 eine Party mit Getränken, Häppchen und Gesellschaftsspielen feierten. Zu dem Zeitpunkt galten strikte Kontaktbeschränkungen, Feiern und Zusammenkünfte waren verboten. Johnson selbst nahm demnach nicht an der Party teil. Er hat die Vorwürfe in den vergangenen Tagen aber deutlich zurückgewiesen.

In dem Clip ist zu sehen, wie Johnsons Berater Ed Oldfield und seine damalige Sprecherin Allegra Stratton einige Tage nach dem Event in einer Probe für eine Pressekonferenz über die Antwort auf eine mögliche Frage nach einer Party witzeln. »Bei dieser fiktionalen Party hat es sich um ein Geschäftstreffen gehandelt, und es gab keine sozialen Abstandsregeln«, sagt Stratton lachend. Ein anderer Anwesender erzählt, es habe Wein und Käse gegeben. Aus der Downing Street hieß es am Dienstagabend dennoch: »Es gab keine Weihnachtsfeier. Covid-Regeln wurden zu allen Zeiten befolgt.«

Widerspruch und Lüge

Die Zeitung »Daily Mirror« hatte bereits vor einigen Tagen über die angebliche Feier berichtet. Die Regierung und Johnson persönlich beharren seither darauf, dass alle Coronavorschriften in Downing Street eingehalten worden seien. Politische Kommentatoren in London waren sich am Abend einig, das nun veröffentlichte Video widerspreche diesen Beteuerungen. Oppositionsführer Keir Starmer warf Johnson vor, gelogen zu haben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mindestens zwei Abgeordnete der Oppositionspartei Labour haben bereits nach der »Mirror«-Enthüllung die Polizei aufgefordert, dem Bericht nachzugehen, der von anderen Medien bestätigt worden war.

mrc/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.