Kostenexplosion in Großbritannien Truss friert Energiepreise für zwei Jahre ein

Die neue britische Premierministerin startet mit einer drastischen Maßnahme zur Eindämmung der Energiepreise: Strom- und Heizkosten für Privathaushalte werden für zwei Jahre festgeschrieben. Die Maßnahme soll etwa 150 Milliarden Pfund kosten.
Großbritanniens neue Premierministerin Liz Truss in Downing Street

Großbritanniens neue Premierministerin Liz Truss in Downing Street

Foto: Dan Kitwood / Getty Images

Die Neue in Downing Street beginnt mit einer drastischen Maßnahme zur Eindämmung der steigenden Energiekosten. Diese sollen in Großbritannien für Privathaushalte für zwei Jahre eingefroren werden, gab die neue Premierministerin Liz Truss am Donnerstag im Londoner Unterhaus bekannt. Die Heiz- und Stromkosten sollen demnach auf 2500 Pfund pro Jahr (umgerechnet 2800 Euro) für einen Durchschnittshaushalt festgeschrieben werden.

Angesichts der aktuellen Preissteigerungen bedeute die Maßnahme Einsparungen pro Haushalt in Höhe von 1000 Pfund im Jahr, führte Truss aus. Auch für Unternehmen soll es demnach eine Preisbegrenzung für die kommenden sechs Monate geben. Vorgesehen sei außerdem eine vorübergehende Aussetzung von Energiesteuern, die zur Finanzierung des Übergangs hin zur Klimaneutralität erhoben werden.

Kostendeckel soll 150 Milliarden Pfund betragen

Zu den Kosten für die angekündigten Hilfsmaßnahmen machte die Premierministerin zunächst keine Angaben. Auf den Staat dürften Belastungen mindestens im zweistelligen Milliardenbereich zukommen. Medienberichten zufolge wird von 150 Milliarden Pfund ausgegangen. »Dies ist eine Zeit, in der wir mutig sein müssen. Wir stehen vor einer Energiekrise (...) und diese Maßnahmen haben einen Preis«, sagte Truss.

Die Ankündigung der Premierministerin haben dem Pfund bereits Rückenwind gegeben. Es verteuerte sich um etwa 0,5 US-Cent auf 1,3535 Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Truss' Maßnahmen seien eine große Erleichterung, kommentierte Robert Alster, Chefanleger des Vermögensverwalters Close Brothers: »Die verfügbaren Einkommen wären sonst auf das Niveau der 1980er-Jahre gefallen und hätten eine massive Rezession ausgelöst. Dies könnte das abwenden.«

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Truss hatte am Dienstag die Nachfolge von Boris Johnson angetreten, nachdem die Mitglieder der konservativen Tory-Partei sie zur Parteichefin – und damit automatisch zur Premierministerin – gewählt hatten. Johnson war Anfang Juli nach einer parteiinternen Revolte gegen seine viel kritisierte Amtsführung als Parteichef und am Dienstag als Premierminister zurückgetreten. Der Kampf gegen die Folgen der Energiekrise gilt neben der im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen als eine der schwierigsten wirtschaftspolitischen Herausforderungen, die die neue Premierministerin nun anpacken muss.

col/AFP/Reuters
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