Reaktionen auf doppelten Ministerrücktritt in Großbritannien »Die Regierung bricht zusammen«

Ein politisches Beben erschüttert Großbritanniens Regierung. Aus Protest gegen den Premierminister geben Finanzminister Sunak und Gesundheitsminister Javid ihre Ämter auf. Viele sehen Boris Johnson nun am Ende.
Boris Johnson bei einer Pressekonferenz an der Seite der beiden Minister, Sajid Javid und Rishi Sunak, die jetzt ihren Rücktritt erklärten (Aufnahme vom 7. September 2021)

Boris Johnson bei einer Pressekonferenz an der Seite der beiden Minister, Sajid Javid und Rishi Sunak, die jetzt ihren Rücktritt erklärten (Aufnahme vom 7. September 2021)

Foto: TOBY MELVILLE / AFP

Großbritannien stürzt in eine Regierungskrise. Begleitet von scharfer Kritik an Premierminister Boris Johnson haben Finanzminister Rishi Sunak und Gesundheitsminister Sajid Javid ihre Ämter niedergelegt. Viele britische Politiker beziehen Stellung zu den Vorgängen:

  • Der Vorsitzende der oppositionellen britischen Labour-Partei, Keir Starmer, sagte, es sei klar, dass die Regierung von Premierminister Boris Johnson nun am Ende sei. »Nach all dem Schmutz, den Skandalen und dem Versagen ist es klar, dass diese Regierung jetzt zusammenbricht«, sagte Starmer in einer Erklärung. Die zurückgetretenen Kabinettsmitglieder seien »mitschuldig« gewesen. Die Minister des Tory-Kabinetts hätten die ganze Zeit gewusst, »wer dieser Premierminister ist«, so Starmer: »Sie waren seine Cheerleader während dieser traurigen Geschichte.« Nun könne nur ein Regierungswechsel Großbritannien den Neuanfang geben, den es brauche.

  • Der ehemalige Vize-Premierminister Michael Heseltine sagte der BBC, er glaube, dass die Tory-Partei sich nun vom Premierminister lossagen werde: »Ich denke, dass von dem Moment an, als 148 Hinterbänkler gegen Boris Johnson stimmten – und Michael Howard und William Hague als ehemalige Parteivorsitzende ihn zum Gehen aufforderten – das Ende unvermeidlich war.«

  • Die britische Außenministerin Liz Truss erklärte hingegen, sie stehe weiter »zu 100 Prozent hinter dem Premierminister«, berichtet die BBC.

  • Der Vorsitzende der Liberaldemokraten, Sir Ed Davey, twittert, der Premierminister solle »gehen und zwar sofort«. Johnson habe das Land »lange genug diskreditiert«.

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  • Der frühere Whip (entspricht der Position eines Fraktionschefs) der konservativen Partei im Unterhaus, Mark Harper, lobte die beiden Minister dafür, das Kabinett von Boris Johnson verlassen zu haben. »Heute Abend haben wir die Führungsstärke von Rishi Sunak und Sajid Javid gesehen.« Die Rücktritte seien »ehrbare Entscheidungen, die von ehrbaren Männern getroffen wurden. Die Konservative Partei hat unserem Land noch so viel zu bieten. Es ist Zeit für einen Neuanfang.«

  • David Frost, einer der angesehensten Politiker der Konservativen, schrieb in einem Statement auf Twitter, Boris Johnsons Zeit sei abgelaufen. »Rishi Sunak und Sajid Javid haben heute Abend das Richtige getan.« Die Entwicklungen der letzten Woche zeigten, »dass es keine Chance für den Premierminister gibt«. Frost weiter: »Jetzt ist es an der Zeit, nach vorne zu schauen.«

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  • Der Vorsitzende der schottischen Konservativen, Douglas Ross, sagte, dass sich seine Ansichten nicht geändert hätten, seit er im letzten Monat bei einer Vertrauensabstimmung gegen Boris Johnson gestimmt habe, berichtet die BBC. Der Premierminister hatte die Vertrauensabstimmung erst vor einem Monat gewonnen und kann sich nun für weitere zwölf Monate keiner weiteren Vertrauensabstimmung stellen.

ktz
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