Corona-Pandemie Großbritannien setzt Veröffentlichung von täglicher Todesfallstatistik aus

In Großbritannien wird von einer hohen Dunkelziffer von Corona-Toten ausgegangen. Offenbar erfasste die offizielle Statistik aber auch Tote, die nicht an Covid-19 starben.
Krankenhaus in London: Großbritannien ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen

Krankenhaus in London: Großbritannien ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen

Foto: TOLGA AKMEN/ AFP

Die britische Regierung will vorübergehend nicht mehr täglich die Todesfallzahlen durch die Coronavirus-Pandemie veröffentlichen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London am Freitagabend mit.

Grund sei, dass die Statistik für England nicht berücksichtige, ob Infizierte tatsächlich an der Lungenkrankheit Covid-19 oder nach ihrer Genesung an einer anderen Ursache gestorben sind.

Bis diese Ungenauigkeit behoben sei, werde die Zahl der täglichen Todesfälle nicht mehr veröffentlicht, hieß es auf der Website des Ministeriums .

Bislang wurden in Großbritannien mehr als 45.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gezählt. Das Vereinigte Königreich gilt damit als das von der Pandemie am schwersten betroffene Land Europas. Ob die nun in der Zählweise erkannte Schwäche diese Zahl erheblich reduziert, gilt aber als zweifelhaft.

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Es gibt Grund zur Annahme, dass der Pandemie in Großbritannien viele Menschen zum Opfer gefallen sind, die nie auf das Coronavirus getestet wurden. Zahlen der Statistikbehörden zufolge wurden inzwischen rund 55.000 Todesfälle erfasst, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 im Totenschein erwähnt wurde.

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Die sogenannte Übersterblichkeit für die Zeit der Pandemie liegt Berechnungen der "Financial Times" zufolge bei mehr als 65.000. Mit Übersterblichkeit ist die Differenz zwischen der Zahl der Todesfälle in diesem Jahr und dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gemeint.

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"Der große Fehler der Regierungsdaten war die Unterschätzung der Todesfälle", schrieb "Financial Times"-Wirtschaftsredakteur Chris Giles bei Twitter. Den jetzigen Fehler bezeichnete er im Vergleich dazu als klein.

bbr/dpa
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