Militärische Hilfe Großbritannien und Finnland sichern sich Unterstützung bei Angriff zu

Premier Johnson hat Finnland militärische Hilfe zugesagt, falls das Land angegriffen werden sollte. Zuvor war der britische Regierungschef in Schweden, wo er ebenfalls eine Solidaritätserklärung unterzeichnete.
Handschlag zwischen Unterstützern: Boris Johnson, Premier von Großbritannien, und Sauli Niinistö, Präsident von Finnland

Handschlag zwischen Unterstützern: Boris Johnson, Premier von Großbritannien, und Sauli Niinistö, Präsident von Finnland

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Frank Augstein / dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Finnland und Schweden militärische Hilfe für den Fall eines Angriffs zugesagt. Bei einem Besuch in Helsinki unterzeichneten Johnson und der finnische Präsident Sauli Niinistö am Abend eine politische Erklärung, in der sich ihre beiden Länder gegenseitige Unterstützung versprechen und zu einem Ausbau der bestehenden militärischen Zusammenarbeit bekennen.

Großbritannien werde Finnland im Falle einer Katastrophe oder eines Angriffs auch militärisch unterstützen, beteuerte Johnson auf einer Pressekonferenz im finnischen Präsidentenpalast. Dabei gehe es nicht um die kurzfristige Zeit, in der Finnland eine Nato-Mitgliedschaft erwäge, sondern um eine dauerhafte Zusicherung zwischen zwei Nationen.

»Gute Freunde und starke Sicherheitspartner«

»Ich habe gelernt, dass man Freundschaften immer danach bemisst, wie sie sich bei schlechtem Wetter zeigen«, sagte Niinistö und nutzte dabei ein berühmtes Zitat von Winston Churchill. Dies beschreibe die derzeitige Situation in Europa sehr gut. Finnland und Großbritannien seien »gute Freunde und starke Sicherheitspartner«.

Vor dem Eindruck des russischen Einmarsches in die Ukraine hatte der Premier bereits zuvor am Nachmittag in Schweden eine solche »politische Solidaritätserklärung« mit der dortigen Regierungschefin Magdalena Andersson unterzeichnet.

Seite an Seite: Johnson und Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson

Seite an Seite: Johnson und Schwedens Regierungschefin Magdalena Andersson

Foto: JONATHAN NACKSTRAND / AFP

»In Zeiten der Krise wird Kooperation noch wichtiger«, sagte Andersson auf einer gemeinsamen Pressekonferenz auf ihrem Landsitz Harpsund südwestlich von Stockholm. Russlands Präsident Wladimir Putin habe gedacht, Spaltung verursachen zu können. Er habe jedoch das genaue Gegenteil erreicht.

Die Briten wollen zudem anbieten, weitere Truppenteile in die Region zu entsenden. »Wir sind standhaft und unmissverständlich in unserer Unterstützung für Schweden und Finnland«, sagte Johnson. Die Sicherheitserklärungen seien ein Symbol der ewigen Versicherung zwischen den Nationen.

Großbritannien hatte bereits zuvor versichert, den beiden Ländern stets zur Hilfe zu kommen, auch wenn sie nicht der Nato beitreten sollten. Der russische Einmarsch in die Ukraine hat in den beiden nordischen Ländern eine intensive Debatte über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft ausgelöst. In den kommenden Tagen stehen dazu entscheidende Bekanntgaben an.

kfr/dpa