Folge des Ukrainekrieges Zuwanderung nach Großbritannien steigt auf Rekordwert

Die konservative Regierung in London hatte versprochen, die Zuwanderung nach dem Brexit deutlich zu senken. Stattdessen kommen so viele wie seit 1945 nicht mehr. Nicht alle sind Geflüchtete aus der Ukraine.
Ein Fliehender mit einem kleinen Kind auf dem Weg zu einem Schlauchboot, das ihn von Frankreich über den Ärmelkanal nach Großbritannien bringen soll

Ein Fliehender mit einem kleinen Kind auf dem Weg zu einem Schlauchboot, das ihn von Frankreich über den Ärmelkanal nach Großbritannien bringen soll

Foto: SAMEER AL-DOUMY / AFP

Seit neun Monaten tobt der russische Angriff auf die Ukraine, viele Menschen sind gen Westeuropa geflohen. Nicht wenige haben Schutz im Vereinigten Königreich gesucht. Wegen der hohen Zahl an Schutzsuchenden aus der Ukraine sind nun so viele Menschen wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg eingewandert.

Unterm Strich zogen in den zwölf Monaten bis Juni gut 500.000 Menschen mehr ins Vereinigte Königreich als es verlassen haben, wie das britische Statistikamt ONS heute mitteilte. Nicht eingerechnet sind die etwa 35.000 Migrantinnen und Migranten, die bis Juni illegal über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangten. Insgesamt hat das Vereinigte Königreich den Angaben zufolge gut 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Weitere Zuwanderung aus Hongkong

Neben etwa 89.000 Menschen aus der Ukraine kamen auch 76.000 Menschen aus der früheren Kronkolonie Hongkong, für die die britische Regierung wegen der repressiven Politik der chinesischen Führung ein spezielles Visaprogramm aufgelegt hat, sowie 21.000 Flüchtlinge aus Afghanistan ins Land. Zudem kehrten zahlreiche internationale Studierende nach dem Ende der strengen Coronaregeln zurück. Im Vergleichszeitraum bis Juni 2021 lag die Netto-Zuwanderung bei 173.000 Menschen.

Die meisten Zugezogenen kamen aus Nicht-EU-Staaten. Hingegen verlassen weiterhin viele EU-Bürger Großbritannien wegen des Brexits. Schätzungsweise lebten 51.000 Menschen aus der EU weniger im Land. Die konservative Regierung hatte versprochen, die Zuwanderung nach dem Brexit deutlich zu senken.

mrc/dpa
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