Personenkult in China Grundschüler müssen Xi Jinpings Lehren pauken

Die Kommunistische Partei verstärkt den Personenkult um Xi Jinping. Ab Oktober bekommen schon Zehnjährige die Gedanken des chinesischen Präsidenten beigebracht.
Chinesischer Präsident Xi Jinping

Chinesischer Präsident Xi Jinping

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Die Kommunistische Partei will, dass schon Kinder die politische Philosophie von Präsident Xi Jinping lernen. Neue Kurse mit dem Titel »Xi Jinpings Gedanken« sind laut der chinesischen Zeitung »Global Times« ab kommenden Monat Teil des chinesischen Lehrplans , von der Grundschule bis zur Universität.

Wie aus einem Rundschreiben des chinesischen Bildungsministeriums hervorgeht, sollen Grundschüler sich unter anderem damit auseinandersetzen, wie »Generalsekretär Xi die ganze Partei und das chinesische Volk leitet«. Schüler an weiterführenden Schulen sollen Xis Gedanken tiefer studieren.

Die KP erzwingt seit Jahrzehnten den Unterricht der kommunistischen Ideologie an Schulen; der neue Lehrplan richtet sich aber schon an Zehnjährige und konzentriert sich zudem enger auf die Verehrung eines einzelnen Führers.

Laut einem Bericht  der britischen »Financial Times« (»FT«) wurden Lehrbücher mit Bildern und Zitaten von Xi bestückt. Ein Buch für die dritte Klasse erzähle unter anderem die Geschichte, wie Xis Liebe zu China durch einen Vortrag seiner Mutter über einen patriotischen General der Song-Dynastie entfacht worden sei, schreibt die Zeitung.

Einige Lehrer hätten Schüler gar angewiesen, Xi für den Sportunterricht zu danken, schreibt die »FT« weiter. In einer Testklasse habe ein Lehrer an einer Schule in der Stadt Hangzhou gesagt, ihr Fußballspiel habe von Xis Fürsorge profitiert.

Eltern aus dem ganzen Land äußerten sich besorgt gegenüber der »FT«. »Ich hasse es, Kinder zu zwingen, Ideologie zu studieren«, sagte eine Mutter eines zehnjährigen Kindes in der östlichen Provinz Jiangsu, die namentlich nicht genannt werden wollte. »Das ist widerlich«, sagte ein Vater einer schulpflichtigen Tochter in der zentralen Provinz Henan, der ebenfalls anonym bleiben wollte. Andere Eltern warnten, das Vorgehen erinnere sie an den Personenkult um Mao Zedong.

ssu
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