Sieg bei Stichwahl Ex-Guerillakämpfer Gustavo Petro wird neuer Präsident Kolumbiens

Zum ersten Mal in der kolumbianischen Geschichte wird mit Gustavo Petro ein linker Ex-Guerillero Präsident. Bei der Stichwahl setzte er sich gegen den rechtsgerichteten Millionär Rodolfo Hernández durch.
Gustavo Petro (am 20. Mai): »Ein Festtag für das Volk«

Gustavo Petro (am 20. Mai): »Ein Festtag für das Volk«

Foto: JOAQUIN SARMIENTO / AFP

Es ist eine Premiere in Kolumbien: Mit Gustavo Petro wird ein linksgerichteter Politiker Präsident des Landes. Er kam nach der vorläufigen Auszählung auf 50,49 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag mitteilte. Sein Kontrahent, der rechtsgerichtete Millionär Rodolfo Hernández, erhielt demnach 47,26 Prozent.

Petro bezeichnete das Ergebnis bei Twitter als »ersten Sieg des Volkes« in Kolumbien. Es sei »ein Festtag für das Volk«, Freude fülle das »Herz des Vaterlandes«.

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In seiner Jugend gehörte Petro einer Guerillabewegung an. Nach seiner Abkehr vom bewaffneten Kampf war er unter anderem Diplomat in Belgien und Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá. Derzeit ist der 62-Jährige Senator. Petro kandidierte bereits zum dritten Mal für das Präsidentenamt. Der derzeitige konservative Staatschef Iván Duque durfte nicht mehr antreten, weil die Verfassung eine Wiederwahl nicht vorsieht.

Bei Twitter schrieb Duque nun : »Ich habe Gustavo Petro angerufen, um ihm als gewähltem Präsidenten des kolumbianischen Volkes zu gratulieren. Wir sind übereingekommen, uns in den nächsten Tagen zu treffen, um einen harmonischen, institutionellen und transparenten Übergang einzuleiten.«

Der unterlegene Kandidat Hernández räumte seine Niederlage ein. »Die Mehrheit der Bürger, die heute abgestimmt haben, hat den anderen Kandidaten gewählt«, sagte er in einer Videobotschaft . »Ich akzeptiere das Ergebnis.«

Petro will eigenen Angaben zufolge in Kolumbien einen wirtschaftlichen und sozialen Wandel einleiten. Der Politiker trat mit dem Versprechen an, die Erschließung neuer Ölvorkommen zu stoppen und die Ungleichheit in dem Land mit kostenfreiem Zugang zu Universitäten und einer Rentenreform zu bekämpfen. Außerdem will er den Tourismus fördern und Unternehmen stärker besteuern.

Gustavo Petro und Francia Márquez bei einem Wahlkampfauftritt

Gustavo Petro und Francia Márquez bei einem Wahlkampfauftritt

Foto: JUAN BARRETO / AFP

An Petros Seite wird mit der designierten Vizepräsidentin Francia Márquez eine afrokolumbianische Menschenrechtsaktivistin und Umweltschützerin mit an die Staatsspitze rücken. Sie kämpfte in der von der Gewalt besonders betroffenen Region Cauca gegen illegale Goldsuche und wurde mehrmals bedroht. 2018 erhielt sie für ihren Kampf den renommierten Goldman-Preis.

Etwa 39 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Landesweit haben offiziellen Angaben zufolge rund 20 Millionen Menschen gewählt.

aar/AFP/dpa
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