Laut Regierungsangaben Sicherheitskräfte verhindern offenbar Staatsstreich in Haiti

Seit zwei Jahren protestieren in Haiti Menschen gegen Präsident Jovenel Moïse und werfen ihm Korruption vor. Jetzt behauptet die Regierung, einen Umsturzversuch verhindert zu haben.
Haitis Präsident Jovenel Moïse (Archivbild)

Haitis Präsident Jovenel Moïse (Archivbild)

Foto: Jean Marc Herve Abelard / imago images/Agencia EFE

In Haiti ist laut Regierungsangaben ein Staatsstreich gescheitert. Sowohl Präsident Jovenel Moïse wie auch Ministerpräsident Joseph Jouthe behaupten laut Agenturberichten, dass Sicherheitsbeamte einen Umsturzversuch vereitelt hätten.

Mehr als 20 Personen seien festgenommen worden. Das Komplott habe darauf abgezielt, ihm nach dem Leben zu trachten, sagte Moïse in einer Pressekonferenz. Details oder Beweise nannte er nicht.

Zeitgleich kam es in Port-au-Prince zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Protestierer verlangten den Rücktritt von Präsident Jovenel Moise und das Einhalten der Verfassung.

Streit um Länge der Amtszeit

Befürworter und Gegner des Präsidenten Moïses streiten unter anderem darüber, wann dessen Amtszeit begonnen hat. In Haiti dauert diese fünf Jahre und beginnt stets am 7. Februar nach den Wahlen. Die Präsidentschaftswahl im Oktober 2015, bei der Moïse im ersten Wahlgang gewählt worden war, wurde wegen Betrugs annulliert. Ein Jahr später wurde er in der zweiten Runde der Wiederholungswahl zum Sieger erklärt und schließlich am 7. Februar 2017 vereidigt.

Nach Ansicht Moïses und seiner Befürworter habe die Amtszeit 2017 begonnen – und dauere noch ein Jahr an. Seine Gegner behaupten, Moïses Amtszeit habe im Februar 2016 begonnen und ende daher am Sonntag.

Seit mehr als zwei Jahren legen teils gewaltsame Proteste Haiti immer wieder lahm. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Moïse, dem sie Korruption vorwerfen.

bah/dpa/Reuters

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