Martine Moïse Witwe des haitianischen Präsidenten schildert Attentat auf ihren Mann

Nach dem Mord am Präsidenten von Haiti hat sich dessen Witwe geäußert, sie wurde bei dem Anschlag verwundet. Ihr Mann sei von »Söldnern mit Kugeln durchlöchert« worden, seine politischen Ziele müssten nun weiter verfolgt werden.
Martine Moïse und ihr Mann Jovenel 2018 in Port-au-Price. Der Präsident wurde in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ermordet

Martine Moïse und ihr Mann Jovenel 2018 in Port-au-Price. Der Präsident wurde in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ermordet

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Jean Marc Herve Abelard / EPA

Nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse hat dessen Witwe sich erstmals öffentlich zu dem Attentat geäußert. »Ich lebe, aber ich habe meinen Mann verloren«, sagte Martine Moïse in einer Audiobotschaft, die am Samstag auf Twitter  veröffentlicht wurde. Die Authentizität der Aufnahme wurde von Haitis Kommunikationsminister Pradel Henriquez bestätigt.

Der Staatschef war in der Nacht zum Mittwoch in seinem Haus in Port-au-Prince erschossen worden. Nach Polizeiangaben war ein Mordkommando aus »26 Kolumbianern und zwei US-Bürgern haitianischer Herkunft« an dem Attentat beteiligt. Martine Moïse wurde bei dem Anschlag verletzt und zur Behandlung nach Miami ausgeflogen.

»Innerhalb eines Wimpernschlags drangen die Söldner in mein Haus ein und durchlöcherten meinen Mann mit Kugeln (...), ohne ihm auch nur die Chance zu geben, ein Wort zu sagen«, sagte Moïse in der Audiobotschaft. Es dürfe nicht zugelassen werden, »dass sein Blut umsonst vergossen wurde«.

Soldaten in Port-au-Prince

Soldaten in Port-au-Prince

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Joseph Odelyn / AP

Ihr Mann habe sich für den Ausbau der Infrastruktur und für Wahlen im Herbst eingesetzt, sagte Martine Moïse. »Das ist ein Kampf, den er für uns geführt hat, er muss fortgesetzt werden.«

Nach dem Attentat waren 17 Verdächtige festgenommen und drei weitere erschossen worden. Einige mutmaßliche Komplizen sind nach offiziellen Angaben noch auf der Flucht. Der Anschlag auf den Präsidenten hatte international Furcht vor einem weiteren Abgleiten des von Instabilität und Armut geprägten Karibikstaats in Gewalt ausgelöst.

mjm/AFP
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