»Dieser Kampf ist extrem ungleich« Uno-Experten sehen Anzeichen für Kriegsverbrechen – auf beiden Seiten

Die Vereinten Nationen mahnen seit Tagen ein Ende der Gewalt an. Nun fordern Fachleute, der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag solle die jüngste Eskalation im Nahostkonflikt untersuchen.
Seit Tagen eskaliert der Konflikt im Gazastreifen

Seit Tagen eskaliert der Konflikt im Gazastreifen

Foto: ANAS BABA / AFP

Seit Tagen eskaliert der Konflikt rund um den Gazastreifen. Nun gibt es nach Ansicht von Uno-Menschenrechtsexperten starke Anzeichen dafür, dass bewaffnete Palästinensergruppen wie die Hamas Kriegsverbrechen verüben – aber auch Israel. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag solle das Verhalten beider Seiten untersuchen, forderten die Experten in einer Stellungnahme .

Sie werfen Israel vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern. Diese »willkürlichen und überschießenden Angriffe« auf Zivilisten »verletzen wahrscheinlich das Kriegsrecht und stellen ein Kriegsverbrechen dar«, schrieben die fünf Experten. Sie sind auf die Berichterstattung über willkürlichen Hinrichtungen, Demonstrationen, Antiterroreinsätze, das Recht auf Bildung und die Situation in den Palästinensergebieten spezialisiert.

Bewaffnete palästinensische Gruppen würden auf ähnliche Weise »absichtlich oder rücksichtslos« Raketen auf israelische Stadtgebiete abfeuern. Auch hier könne durchaus ein Kriegsverbrechen vorliegen.

»Dieser Kampf ist extrem ungleich«, betonten die Experten. Aus ihrer Sicht herrsche eine der am besten gerüsteten Armeen der Welt über die Palästinenser, die das Recht hätten, von der israelischen Besatzung befreit zu werden.

Seit Montag wurden mindestens 211 Palästinenser im Gazastreifen getötet, darunter mindestens 59 Kinder. Außerdem zehn Israelis, darunter zwei Kinder. Fast 40.000 Palästinenser wurden aus ihren Häusern vertrieben und sind in Uno-Einrichtungen untergebracht.

ime/dpa
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