Konflikt zwischen Griechenland und Türkei Maas fordert Ende der Militärmanöver im Mittelmeer

Der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei spitzt sich zu. Nun fordert Bundesaußenminister Maas beide Seiten auf, ihre Manöver im Mittelmeer zu beenden. Doch Ankara kündigt eine neue Militärübung an.
Griechisches Manöver im Mittelmeer: Streit mit der Türkei

Griechisches Manöver im Mittelmeer: Streit mit der Türkei

Foto: Uncredited / AP

Es geht um Gebietsansprüche und lukrative Rohstoffquellen im östlichen Mittelmeer: Zwischen der Türkei und Griechenland gibt es heftigen Streit - der weiter zu eskalieren droht. Nun hat Bundesaußenminister Heiko Maas die beiden Länder aufgefordert, ihre Militärmanöver in der Region zu beenden. "Sicherlich werden sich die Parteien nicht an den Tisch setzen, wenn sich Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer gegenüberstehen", sagte er beim EU-Außenministertreffen in Berlin. "Niemand will diesen Konflikt mit Kriegsschiffen im östlichen Mittelmeer lösen."

Die Türkei ist von Maas' Forderung offenbar wenig beeindruckt: Das Land kündigte für kommende Woche eine neue Marineübung nahe der türkischen Küste an - und verlängerte ihre umstrittene Suche nach Erdgas im östlichen Mittelmeer. Von der türkischen Marine hieß es, man werde am Dienstag und Mittwoch "Schießübungen" im Nordosten des Mittelmeers abhalten.

Der Konflikt der EU-Mitglieder Griechenland und Zypern mit der Türkei ist das Hauptthema des zweitägigen Außenministertreffens - neben der Haltung der Europäischen Union zu den Protesten in Belarus gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko. Jüngst hatte sich der Streit wegen türkischer Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln verschärft.

Merkel beunruhigt über Spannungen zwischen Nato-Partnern

Das Forschungsschiff "Oruc Reis" sucht dort, begleitet von türkischen Kriegsschiffen, nach Gas. Ankara argumentiert, dass das Gebiet zum Festlandsockel der Türkei gehöre. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb das EU-Mitglied Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden. Der Einsatz der "Oruc Reis" wurde bis kommenden Dienstag ausgeweitet. Das Schiff war am 10. August zusammen mit einer Flotte von türkischen Kriegsschiffen in Gewässer gefahren, die Griechenland für sich beansprucht.

Deutschland versucht seit Wochen, in dem Konflikt zu vermitteln - bisher ohne sichtbaren Erfolg. Am Dienstag war Maas nach Griechenland und in die Türkei gereist, konnte aber keine unmittelbare Entspannung erreichen. Am Tag darauf hielten beide Seiten wieder Militärmanöver in der Region ab.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich sehr besorgt. Es seien Spannungen, "die uns sehr beunruhigen, weil sie auch zwischen Nato-Partnern stattfinden", sagte die CDU-Politikerin bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Berlin. Auch er rief zur Deeskalation auf.

Die Europäische Union behält sich weitere Sanktionen gegen die Türkei vor, sollte sich die Lage nicht entspannen. Maas lehnte es aber ab, diese Frage mit neuen EU-Sanktionen gegen Belarus zu verknüpfen. "Wenn wir damit anfangen, werden wir handlungsunfähig als Europäische Union", sagte er. Diplomaten halten es für möglich, dass Griechenland und Zypern neue Belarus-Sanktionen blockieren könnten, solange es keine weiteren Strafmaßnahmen gegen die Türkei gibt.

Zyperns Außenminister Nikos Christodoulidis sagte: "Wir wollen nicht, dass es doppelte Standards gibt." Im Konflikt mit der Türkei stehe Europas Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Die Europäische Union müsse für ihre Werte und Prinzipien einstehen. Es müsse echte und substanzielle Solidarität geben.

bmo/dpa
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