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Hissène Habré, 79

aus DER SPIEGEL 35/2021
Foto: Raphael GAILLARDE / Gamma-Rapho via Getty Images

Selbst in der Riege der Diktatoren des 20. Jahrhunderts stach er durch besondere Skrupellosigkeit und Grausamkeit hervor. Habré ließ, so das Ergebnis einer Untersuchungskommission, etwa 40.000 Menschen ermorden und rund 200.000 foltern und einsperren. Vom Rebellenchef im Tschad stieg er 1982 zum Präsidenten auf. Gnadenlos schlachtete er sein Volk ab, ließ Dörfer niederbrennen und übergab seiner Soldateska gefangene Frauen als Sexsklavinnen. Dabei konnte er sich die ganze Zeit der Unterstützung Frankreichs und der USA sicher sein, die in ihm einen Gegenspieler zum libyschen Diktator Gaddafi sahen und ihn deshalb stützten. 1990 verlor Habré die Macht wieder an einen seiner Generäle und musste in den Senegal fliehen. Dort wurde er 2016 von einem afrikanischen Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt – es war das erste Urteil dieser Art auf dem Kontinent. Vergangene Woche starb Habré an einer Covid-19-Erkrankung.

jpu
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