Homosexualität in der Islamischen Republik Iran exekutiert zwei schwule Männer

Sechs Jahre saßen sie im Todestrakt, nun hat Iran nach Angabe von Menschenrechtsaktivisten zwei Homosexuelle erhängt. Die Zahl der Hinrichtungen unter dem islamischen Regime ist seit Jahren alarmierend hoch.
Eine öffentliche Hinrichtung in Iran wird vorbereitet (Archivbild von 2014)

Eine öffentliche Hinrichtung in Iran wird vorbereitet (Archivbild von 2014)

Foto: ARASH KHAMOOSHI/ AFP

Das iranische Regime hat zwei homosexuelle Männer hingerichtet. Das berichtet die iranische Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency  (Hrana). Die beiden Männer wurden demnach bereits am Sonntag gehängt, zuvor saßen sie sechs Jahre lang im Todestrakt des Maragheh-Gefängnisses im Nordwesten des Landes. Ihnen wurde die Ausübung von Analsex vorgeworfen.

Bei den Männern handelt es sich um Mehrdad Karimpour und Farid Mohammadi. Sie seien des »erzwungenen Geschlechtsverkehrs zwischen zwei Männern« für schuldig befunden worden.

Laut Hrana wurden erst im vergangenen Juli zwei schwule Männer in Maragheh hingerichtet. Insgesamt habe Iran im vergangenen Jahr 299 Personen getötet, bei weiteren 85 Menschen sei ein Todesurteil verhängt worden.

Öffentlich aufgeknüpft

Homosexualität ist in Iran illegal und kann wie Vergewaltigung mit der Todesstrafe geahndet werden. In dem Land drohen Homosexuellen 100 Peitschenhiebe, wenn sie sich outen. Wird ein Paar in flagranti erwischt, dann kann die Todesstrafe verhängt werden. Oft werden die für schuldig Befundenen in Schauhinrichtungen an Kränen auf öffentlichen Plätzen aufgeknüpft.

Experten schätzen, dass seit der Islamischen Revolution von 1979 zwischen 4000 und 6000 Menschen wegen homosexueller Handlungen hingerichtet worden sind. Erlaubt ist in der Islamischen Republik hingegen Transsexualität. Geschlechtsangleichende Operationen werden sogar vom Staat gefördert.

Die Internationale Vereinigung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle (Ilga) listet in ihrem jüngsten, Ende 2020 veröffentlichten Bericht  insgesamt 69 Uno-Mitgliedstaaten, in denen Homosexualität ein Verbrechen ist. In sechs dieser Länder kann für gleichgeschlechtlichen Sex die Todesstrafe verhängt werden. Neben Iran sind das Saudi-Arabien, der Jemen, Nigeria, Mauretanien und das Königreich Brunei. In weiteren fünf Ländern, darunter Afghanistan und Somalia, gibt es Ilga zufolge zumindest Hinweise darauf, dass die Todesstrafe angewendet wird.

mrc/AP
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