Vorwurf des Drogenschmuggels Honduranischer Ex-Präsident stellt sich der Polizei

Er soll in den Schmuggel von 500 Tonnen Kokain verwickelt gewesen sein: Nun hat sich Honduras' ehemaliger Staatschef Hernández den Behörden gestellt. Ihm droht das gleiche Schicksal wie seinem Bruder.
Hernández nach seiner Festnahme in Tegucigalpa

Hernández nach seiner Festnahme in Tegucigalpa

Foto: Inti Ocon / dpa

Der wegen mutmaßlicher Verwicklung in den Drogenhandel von den USA gesuchte honduranische Ex-Präsident Juan Orlando Hernández hat sich der Polizei gestellt. In kugelsicherer Weste und mit Handschellen wurde er am Dienstag (Ortszeit) von Polizisten aus seinem Haus in Tegucigalpa abgeführt. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl, nachdem die USA seine Auslieferung beantragt hatten.

Die US-Regierung beschuldigt den 53-Jährigen, am Schmuggel von 500 Tonnen Kokain durch Honduras beteiligt gewesen zu sein. In den USA festgenommene Drogenhändler hatten ausgesagt, engen Vertrauten des einstigen Staatschefs Schmiergeld gezahlt zu haben. Ein mutmaßlicher Komplize von Hernández wurde in der vergangenen Woche in den USA wegen Kokainschmuggels zu lebenslanger Haft und rund 151 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) Geldstrafe verurteilt.

Der Bruder des Ex-Präsidenten, der ehemalige honduranische Abgeordnete Tony Hernández, war im März 2021 in den USA wegen Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

In dem Prozess hatte die US-Staatsanwaltschaft erklärt, der damalige Präsident habe Millionen von Dollar an Bestechungsgeldern von Drogenhändlern wie dem früheren Boss des mexikanischen Sinaloa-Kartells, Joaquín »El Chapo« Guzmán, erhalten. Ex-Präsident Hernández wurde in dem Prozess als »Mitverschwörer« seines Bruders bezeichnet. Auch in zwei weiteren US-Prozessen gegen honduranische Drogenhändler kam Hernández' mutmaßliche Rolle beim Drogenschmuggel in die USA zur Sprache.

Hernández spricht von Racheplan

Hernández war Ende vergangenen Monats aus dem Amt geschieden. Der 53-Jährige weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Teil eines Racheplans von Drogenbaronen, gegen die seine Regierung vorgegangen sei.

Die Anwälte des Ex-Präsidenten pochen darauf, dass Hernández als Abgeordneter des Zentralamerikanischen Parlaments Immunität genieße. Allerdings genießen die honduranischen Abgeordneten des internationalen Parlaments laut nationalen Bestimmungen keinen Schutz vor Strafverfolgung.

Vor Hernández' Haus feierten am Dienstag Dutzende Menschen dessen bevorstehende Auslieferung. Auch in anderen Städten gab es spontane Demonstrationen, in denen die Festnahme des Ex-Präsidenten zelebriert wurde.

mrc/AFP

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