Über Guatemala in die USA 9000 Schutzsuchende aus Honduras auf dem Weg durch Mittelamerika

Tausende Menschen aus Honduras haben die Grenze zum Nachbarland Guatemala überquert. Ihr Ziel: die USA. Von dort kommen bereits erste Warnungen. Doch unter Joe Biden könnte sich die Migrationspolitik bald ändern.
Ziel USA: Migranten aus Honduras entlang der Straße im guatemaltekischen Camotan

Ziel USA: Migranten aus Honduras entlang der Straße im guatemaltekischen Camotan

Foto: JOHAN ORDONEZ / AFP

Mehrere Tausend Migrantinnen und Migranten haben sich auf den Weg durch Mittelamerika in Richtung USA gemacht. Es handelt sich nach Berichten örtlicher Medien vor allem um Honduraner, die vor Gewalt, Armut und den Folgen zweier verheerender Hurrikans im November aus dem mittelamerikanischen Land flüchteten und in den USA ein besseres Leben suchen wollten.

Mindestens 9000 honduranische Migranten haben nach Angaben des mexikanischen Senders »TV Azteca« bereits das Nachbarland Guatemala erreicht. Fernsehbilder zeigten am Samstag etwa Migranten, die auf guatemaltekischer Seite ein Bad im Fluss nahmen. Nun haben die Regierungen in Guatemala und Mexiko begonnen, ihre Grenzen zu verstärken, um die sogenannte Karawane auf ihrem Weg nach Norden zu stoppen.

Die Regierung Guatemalas hat bereits die honduranischen Behörden aufgerufen, die Massenabwanderung einzudämmen. In einer Mitteilung in sozialen Medien am Samstag forderte Präsident Alejandro Giammattei die Behörden des Nachbarlandes auf, »laufend« durch »vorbeugende Maßnahmen« zur »Gewährleistung der nationalen und regionalen Sicherheit« beizutragen. Giammattei nannte die Grenzübertritte einen »Verstoß« gegen die Souveränität Guatemalas.

Auch Mexiko verstärkte die Überwachung der Grenze. Die mexikanische Regierung entsandte 500 zusätzlich Grenzschützer in die Bundesstaaten Chiapas und Tabasco, die an Guatemala grenzen.

USA warnt Migranten

Die US-Regierung hatte die Migranten aus Guatemala vorab davor gewarnt, ihre »Zeit und ihr Geld zu verschwenden«. Der Leiter der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde, Mark Morgan, hatte in der vergangenen Woche betont, dass auch die neue Regierung des Demokraten Joe Biden nicht ihre Grenzen für Migranten aus Zentralamerika öffnen werde.

Der neue US-Präsident Biden strebt allerdings nach eigenen Angaben ein »faires und humanes Einwanderungssystem« an. Zugleich kündigte er an, den Fokus auf die Fluchtursachen in den zentralamerikanischen Staaten zu legen.

In den vergangenen Jahren waren Tausende Menschen aus zentralamerikanischen Ländern in großen Gruppen nach Mexiko gelaufen, um von dort aus in die USA zu gelangen. Parallel zu den Kongresswahlen im Sommer 2018 waren Berichte über ein »Karawane« zum Politikum geworden, US-Präsident Donald Trump hatte die Schutzsuchenden benutzt, um Angst zu schüren. Auf Druck der USA verstärkte Mexiko seine Militärpräsenz an seinen Grenzen, um Migrantinnen und Migranten an der illegalen Einreise in die Vereinigten Staaten zu hindern.

Zusammenstöße mit Sicherheitskräften

Die neue sogenannte Karawane hatte sich am Donnerstagabend in der Stadt San Pedro Sula im Nordwesten von Honduras zusammengeschlossen. Eine führende Gruppe von rund 3500 Menschen stieß am Samstag in der guatemaltekischen Stadt Vado Hondo mit Sicherheitskräften zusammen, wie örtliche Behörden meldeten. Nach einer Auseinandersetzung mit Polizisten und Soldaten sei es mehreren Migranten gelungen, ihren Weg fortzusetzen, teilte die Flüchtlingsbehörde mit.

Der Generaldirektor der Behörde, Guillermo Díaz, forderte die Menschen auf, in ihr Land zurückzukehren. Seine Behörde stellte dafür Lastwagen und Busse bereit. Während sich die Migranten in kleinen Gruppen nach Norden bewegten, leisteten Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und des Uno-Hochkommissariats für Flüchtlinge einigen von ihnen Hilfe.

mrc/dpa/AFP/AP
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