»Nicht vor Peking kuschen« Hongkonger Aktivist Wong bekennt sich schuldig

Dem Hongkonger Aktivisten Joshua Wong drohen bis zu fünf Jahre Haft. Zu Beginn eines Prozesses bekannte er sich schuldig, unerlaubten Protest gegen den zunehmenden Einfluss Chinas organisiert zu haben.
Foto: ANTHONY WALLACE/ AFP

Der prominente Hongkonger Aktivist Joshua Wong und zwei seiner Mitstreiter müssen vorläufig in Haft. Ein Gericht ordnete am Montag laut einem Sprecher von Wong an, dass die Aktivisten bis zum Ende des laufenden Prozesses am kommenden Mittwoch (2. Dezember) nicht mehr auf freien Fuß dürfen.

Zum Auftakt der Verhandlung bekannte sich Wong schuldig, einen unerlaubten Protest organisiert zu haben. Dafür könnten ihm und seinen Mitstreitern bis zu fünf Jahren Gefängnis drohen. Schon kurz vor Beginn der Verhandlung hatte Wong angekündigt, eine unmittelbare Gefängnisstrafe in Kauf zu nehmen. Auch sein Mitstreiter Ivan Lam wollte sich schuldig bekennen. Die ebenfalls angeklagte Aktivistin Agnes Chow hatte dies schon zuvor getan.

»Es würde mich nicht überraschen, wenn ich heute sofort inhaftiert werde«, sagte Wong am Montag. »Wir werden weiter für die Freiheit kämpfen, und jetzt ist nicht Zeit für uns, vor Peking zu kuschen und aufzugeben.« Er werde sich schuldig bekennen, am 21. Juni des Vorjahres eine nicht genehmigte Versammlung vor dem Polizeipräsidium im Stadtteil Wan Chai organisiert zu haben. Laut Wong handele es sich zwar um ein geringfügiges Vergehen. Er und seine Mitstreiter seien aber vorbereitet, eine sofortige Haftstrafe anzutreten. Er hoffe, dass so die weltweite Aufmerksamkeit auf das Hongkonger Justizsystem gelenkt werde, das von Peking manipuliert werde.

2019 hatte es in Hongkong monatelang Massenproteste gegen den zunehmenden Einfluss von China gegeben. Die Demonstranten zogen auch regelmäßig vor das Polizeihauptquartier, um eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt gegen Regierungsgegner einzufordern. Mehr als 10.000 Menschen wurden im Laufe der Proteste festgenommen. Seitdem haben die Hongkonger Behörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung massiv verschärft.

Seit Juni können sie auch auf ein von Peking verabschiedetes sogenanntes Sicherheitsgesetz zurückgreifen. Es erlaubt den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen.

als/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.