Chinas Sonderverwaltungszone Gericht in Hongkong verlängert Haft von Joshua Wong um vier Monate

Er sitzt bereits eine Haftstrafe von 13,5 Monaten ab: Nun soll der bekannte Demokratieaktivist Joshua Wong noch länger im Gefängnis bleiben.
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Demokratieaktivist Joshua Wong

Foto: Liau Chung-Ren / dpa

In Hongkong hat ein Gericht die Haft des Demokratieaktivisten Joshua Wong um vier Monate verlängert. Die neue Haftstrafe wurde am Dienstag wegen illegaler Versammlung und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot im Oktober 2019 verhängt, wie Hongkonger Medien berichteten. Der 24-Jährige sitzt bereits eine Haftstrafe von 13,5 Monaten wegen Anstiftung und Organisation einer nicht genehmigten Demonstration im Juni 2019 ab.

Der Aktivist gilt als »Gesicht« der prodemokratischen Bewegung in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Ende des Monats muss sich Wong wegen einer weiteren Anklage verantworten, ebenfalls wegen unerlaubter Versammlung am 4. Juni vergangenen Jahres. Dabei geht es um eine Demonstration zum Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989, die von den Behörden verboten worden war.

In den vergangenen Monaten, insbesondere seit der Einführung eines umstrittenen »Sicherheitsgesetzes« im Sommer, wurden zahlreiche bekannte Aktivisten wegen vergleichsweise kleiner Vergehen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Eine ganze Reihe Hongkonger Aktivisten setzte sich zudem zuletzt aus Angst vor Strafverfolgung in andere Staaten ab. Zuletzt erhielt der prominente Aktivist Nathan Law in Großbritannien politisches Asyl. Die Entscheidung sorgte für neue Verstimmungen zwischen London und Peking.

Erst kürzlich hat China eine umstrittene Wahlrechtsreform für seine Sonderverwaltungsregion verabschiedet, die zur Folge hat, dass der Einfluss des Demokratielagers weiter beschnitten wird.

mfh/dpa
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