Explodierende Treibstofflaster Huthi-Rebellen reklamieren mutmaßlichen Drohnenangriff in Abu Dhabi für sich

Im Jemen unterstützen die Vereinigten Arabischen Emirate die Regierungstruppen im Kampf gegen die Huthi-Rebellen. Nun sollen die Aufständischen eine Attacke in Abu Dhabi verübt haben. Es gab mindestens drei Tote.
Huthi-Kämpfer im Jemen

Huthi-Kämpfer im Jemen

Foto: YAHYA ARHAB / EPA

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben nach eigenen Angaben einen Angriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate verübt. In der dortigen Hauptstadt Abu Dhabi meldeten die Behörden zwei Brände, die möglicherweise von Drohnen verursacht worden seien. Die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete von mindestens drei Toten und sechs Verletzten.

Die Polizei teilte laut WAM mit, dass drei Treibstofftankwagen im Industriegebiet Musaffah in der Nähe von Lagern des Ölkonzerns ADNOC explodiert seien. Auch auf einer Baustelle am internationalen Flughafen von Abu Dhabi sei ein Feuer ausgebrochen. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass an beiden Orten Teile eines kleinen Flugzeugs, »möglicherweise einer Drohne«, gefunden worden seien.

Iran sendet erstmals wieder Diplomaten nach Saudi-Arabien

Im Jemen tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg, der mit der Eroberung der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Rebellen begann. Ein Jahr später griff eine Militärallianz unter Führung von Saudi-Arabien, der auch die Vereinigten Arabischen Emirate angehören, zur Unterstützung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi in die Kämpfe ein. Bislang sind Zehntausende Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt gilt auch als Stellvertreterkrieg zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. Die Arabischen Emirate sind enge Verbündete der saudischen Königsfamilie.

Iranische Diplomaten besuchen Saudi-Arabien

Zwischen Saudi-Arabien und Iran könnte sich das historisch angespannte Verhältnis womöglich etwas entspannen. Nach sechs Jahren hat Iran nun erstmals wieder Diplomaten in das Land geschickt. Drei iranische Diplomaten haben die Erlaubnis erhalten, die Arbeit in der iranischen Mission der Organisation für Islamische Zusammenarbeit OIC in Dschidda wieder aufzunehmen, wie Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag in Teheran sagte.

Nach einem Angriff iranischer Islamisten auf die saudische Botschaft in Teheran 2016 hatte das sunnitische Königshaus die diplomatischen Beziehungen mit dem schiitischen Iran abgebrochen. Auch Irans OIC-Mission wurde geschlossen und die iranischen Diplomaten wurden ausgewiesen. Seitdem tragen die beiden Staaten ihre Rivalität durch Stellvertreterkriege aus, unter anderem im Jemen und in Syrien.

In den vergangenen Monaten folgte jedoch eine diplomatische Annäherung, es gab mehrere Gesprächsrunden im Irak. Der iranische Abgeordnete Dschalil Rahimi sagte vergangene Woche sogar, dass die beiden islamischen Golfstaaten schon bald auch ihre Botschaften wieder eröffnen würden. Dies jedoch wollte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh nicht bestätigen.

muk/dpa/Reuters