Indien, Bangladesch und Pakistan Tausende protestieren in Südasien gegen Mohammed-Beleidigung

Eine Sprecherin der indischen hindunationalistischen Regierungspartei äußerte sich abfällig über den Propheten Mohammed. Nun gibt es heftige Proteste in mehreren Ländern.
Proteste in der indischen Stadt Srinagar

Proteste in der indischen Stadt Srinagar

Foto: Tauseef Mustafa / AFP

Tausende Muslime sind in Indien, Bangladesch und Pakistan auf die Straße gegangen, um gegen beleidigende Äußerungen zweier indischer Parteisprecher über den Propheten Mohammed zu protestieren. Dies berichteten örtliche Medien und Behörden am Freitag. Demonstrationen gab es in den drei Hauptstädten sowie mehreren weiteren Städten, oft in der Nähe von Moscheen.

Hintergrund der Proteste waren abfällige Äußerungen einer Sprecherin der indischen hindunationalistischen Regierungspartei über den Propheten Mohammed im Fernsehen. Ein anderer Sprecher hatte den Propheten anschließend auf Twitter beleidigt. Damit lösten sie viel Wut in mehreren muslimischen Ländern aus. Teils bestellten diese Länder indische Diplomaten ein und forderten eine öffentliche Entschuldigung.

Die hindunationalistische Regierungspartei hat die Sprecherin und den Sprecher inzwischen beurlaubt beziehungsweise aus der Partei entlassen. Indische Diplomaten sowie das Außenministerium haben sich von den Äußerungen distanziert.

Die aktuellen Proteste fanden nach dem Freitagsgebet statt. Ein Protestorganisator in Pakistan sagte, dass sie einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland Indien forderten. In Bangladesch kündigte ein Organisator weitere Proteste an.

Indien ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Hindus. Es leben aber auch mehr als 200 Millionen muslimische Menschen im Land. Kritiker der hindunationalistischen Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi werfen ihr vor, muslimische Menschen zunehmend zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren.

til/dpa
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