»Los geht's, holt euch den Impfstoff« Schiitischer Kleriker löst Impfboom im Irak aus

Im März hat der Irak seine ersten Impfdosen erhalten – die Skepsis vor den Coronavakzinen im Land aber ist groß. Doch nun hat sich der einflussreiche Geistliche Muktada al-Sadr beim Piks fotografieren lassen.
Ein Anhänger von Muktada al-Sadr bei der Impfung in Bagdad – mit einem Foto des Geistlichen zur Unterstützung

Ein Anhänger von Muktada al-Sadr bei der Impfung in Bagdad – mit einem Foto des Geistlichen zur Unterstützung

Foto: Hadi Mizban / AP

Während Länder wie Großbritannien, Israel und die USA um Impfrekorde buhlen, kam die Impfkampagne des Irak zuletzt nur langsam voran. Bis jetzt. Nachdem sich der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr beim Impfen hat fotografieren lassen, haben sich nun Hunderte Anhänger nach Angaben arabischer Medien eigene Impftermine besorgt.

Der Irak steckt mitten in einer neuen Coronawelle, zuletzt mit täglich durchschnittlich 8000 Neuinfektionen im April – so hoch wie nie zuvor seit Pandemiebeginn. Erst rund 380.000 Menschen in dem 40-Millionen-Einwohner-Land sind laut Gesundheitsministerium geimpft, die meisten mit der Vakzine von AstraZeneca. Viele Irakerinnen und Iraker würden die Impfungen scheuen, die Aufklärung komme kaum voran. Zuletzt hatte ein Brand in einer Corona-Intensivstation in Bagdad für neue Verunsicherung bei der Coronabekämpfung gesorgt.

Das öffentliche Impfbekenntnis Al-Sadrs hingegen schon. Laut Al-Jazeera  steige nun die Impfbereitschaft – viele würden auch im Netz für den Gang zur Klinik werben. Auf Twitter verbreitete sich unter anderem ein Video, das die Impfung von Al-Sadr dokumentiert.

»Los geht's, holt euch den Impfstoff«

Es wurde von Saleh Muhammad al-Iraqi, einem Vertrauten des Klerikers, gepostet. »Seine Exzellenz« habe es vorgegeben, schreibt Al-Iraqi mit Verweis auf Al-Sadr. »Ich lasse mich für die Menschen impfen«, sagt der Geistliche im Clip, »also lasst mich nicht im Stich. Los geht's, holt euch den Impfstoff.«

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Im Irak wurden bisher mehr als eine Million Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Infrastruktur des Landes ist nach Jahren des Konflikts immer noch schlecht, die Vereinten Nationen unterstützen dort unter anderem das Gesundheitssystem.

Das Land hat im März seine ersten Impfdosen erhalten: rund 50.000 Dosen der Vakzine von Sinopharm als Spende aus China und 336.000 Dosen AstraZeneca über die globale Impfinitiative Covax.

mrc
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