Irak US-Streitkräfte schießen Drohne nahe Bagdader Botschaft ab

Die US-Armee hat eine bewaffnete Drohne unweit der Botschaft in Bagdad abgefangen. Hinter der Attacke stecken möglicherweise proiranische Gruppen.
Gebäude auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad (2011)

Gebäude auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad (2011)

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Die USA sehen sich im Irak erneut Angriffen aus der Luft ausgesetzt. Das US-Militär schoss am Montagabend eine bewaffnete Drohne über ihrer Botschaft in Bagdad ab. Abwehrsysteme feuerten nach Angaben von irakischen Sicherheitskräften Raketen in die Luft und machten die Drohne kampfunfähig. Das berichten die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters übereinstimmend.

Stunden zuvor hatte es laut AFP einen Raketenangriff auf einen Stützpunkt mit US-Truppen im Westirak gegeben. Seit Jahresbeginn wurden demnach 47 Anschläge auf US-Ziele in dem Land verübt, in dem noch 2500 von Washington entsendete Soldaten als Teil einer internationalen Koalition im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) stationiert sind. Sechs der Anschläge wurden mit Drohnen ausgeführt, die dem US-Abwehrsystem ausweichen können.

Milizchef kündigt Vergeltung an

Zu den Angriffen bekannte sich bislang keine Gruppe. Sie tragen Experten zufolge jedoch die Handschrift von proiranischen Gruppen. Dass die USA die Drohnenattacken durchaus ernst nehmen, wurde laut AFP zuletzt daran deutlich, dass Washington drei Millionen Dollar für Informationen über die Angriffe auslobte.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, kündigte Abu Alaa al-Walae, Anführer der schiitischen Miliz Kata'ib Sayyid al-Shuhada (»Brigade der Herren der Märtyrer«), Vergeltung für US-Luftschläge an der irakisch-syrischen Grenze Ende Juni an. Dabei waren laut AP vier Mitglieder der Miliz getötet worden. Ziel der von US-Präsident Joe Biden angeordneten Angriffe waren nach US-Angaben operative Waffenlager an zwei Standorten in Syrien und einem Standort im Irak.

Die »Brigade der Herren der Märtyrer« ist eine irakische Dschihadistenmiliz, der enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden nachgesagt werden.

AFP/Reuters
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